Kritik am Merkel-Besuch in Chemnitz

Chemnitz - Unmittelbar vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Chemnitz hat Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig erneut den Zeitpunkt kritisiert.

Unmittelbar vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (l., CDU) in Chemnitz hat Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) erneut den Zeitpunkt kritisiert.
Unmittelbar vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (l., CDU) in Chemnitz hat Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) erneut den Zeitpunkt kritisiert.  © dpa, Uwe Meinhold

Die Ereignisse Ende August hätten für Chemnitz, aber auch für die Bundesregierung eine große Tragweite gehabt, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Die Bundesregierung sei fast an der Interpretation der Geschehnisse zerbrochen. "Daher habe ich gehofft, dass die Kanzlerin sich rasch ein eigenes Bild machen und mit den Bürgern der Stadt ins Gespräch kommen möchte", sagte Ludwig. Sie selbst hatte Merkel im September zu einem Bürgerdialog im Oktober eingeladen.

Ende August war in Chemnitz ein 35-Jähriger mutmaßlich von Asylbewerbern erstochen worden. In der Folge war es zu rechten Demonstrationen und fremdenfeindlichen Übergriffen gekommen. Während die Kanzlerin anschließend von "Hetzjagden" sprach, widersprach ihr der inzwischen gefeuerte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen und löste damit eine heftige Kontroverse in der großen Koalition aus.

Merkel reist am Freitag zum zweiten Mal nach 2009 nach Chemnitz. In der Hartmannfabrik werden circa 100 Abonnenten der Freien Presse zwei Stunden lang mit der Regierungschefin debattieren können. Zwischen den beiden Terminen steht ein Gespräch hinter verschlossenen Türen unter anderem mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und der Rathauschefin auf dem Programm. Und Angela Merkel besucht den Basketball-Zweitligisten Niners.

Polizei mit Großaufgebot in Chemnitz

Die Polizei rüstet sich mit einem Großaufgebot für alle Eventualitäten. Neben sächsischen Beamten sind den Angaben zufolge Kräfte der Bereitschaftspolizei aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen sowie der Bundespolizei im Einsatz.

Aufgrund des Besuchs der Bundeskanzlerin Angela Merkel müssen in Chemnitz bereits ab Donnerstag Straßen und Parkplätze gesperrt werden (TAG24 berichtete).

Barbara Ludwig (56, SPD) selbst hatte Merkel im September zu einem Bürgerdialog im Oktober eingeladen.
Barbara Ludwig (56, SPD) selbst hatte Merkel im September zu einem Bürgerdialog im Oktober eingeladen.  © Uwe Meinhold

Titelfoto: dpa, Uwe Meinhold

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