Comeback an Rennstrecke: Kristina Vogel kehrt an die Bahn zurück

Chemnitz/Berlin - Emotionale Rückkehr an die Rennstrecke: Die querschnittsgelähmte Chemnitzer Bahnradsportlerin Kristina Vogel (28) wurde in Berlin zur Radsportlerin des Jahres ausgezeichnet.

Der Chemnitzer Joachim Eilers sicherte sich am Samstag seinen zehnten Weltcupsieg.
Der Chemnitzer Joachim Eilers sicherte sich am Samstag seinen zehnten Weltcupsieg.  © DPA

Unter dem tosenden Beifall und mit stehenden Ovationen von rund 2000 Zuschauern nahm die Olympiasiegerin von Außenminister Heiko Maas (SPD) die Auszeichnung entgegen. "Es ist natürlich schön, hier zu sein und geehrt zu werden", sagte die 28-Jährige. "Es ist schön, alle wiederzusehen."

Die Ausnahmesportlerin war im Juni beim Training in Cottbus nach einem Zusammenprall mit einem Niederländischen Nachwuchsfahrer schwer gestürzt. Sie musste notoperiert werden, lag sogar im künstlichen Koma. Erst im September wurde die Schock-Diagnose Querschnittslähmung bekannt. Vogel ist vom siebenten Brustwirbel ab gelähmt.

Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt Mitte September erzählte Kristina Vogel: "Der Unfall selbst ist nicht mehr da, da bin ich eigentlich auch froh darüber." Bei dem Termin wird auch sichtbar, wie stark die 27-Jährige ist. Trotz des Horror-Unfalls sagte sie: "Ich hätte es viel schlimmer treffen können". Selbst im Rollstuhl ist die Sportlerin nicht zu bremsen: "Ich habe jetzt viel Metall im Körper, darf aber nun wieder richtig Sport machen. Ich war schon beim Rollstuhl-Fahrtraining, bin gleich mal rausgefallen."

Was die Doppelolympiasiegerin zukünftig machen will, weiß sie noch nicht: "Mal gucken, was die Zukunft bringt. Ich habe die Aufgabe angenommen, Mitleid bringt einen nicht weiter."

Nach dem Unfall hatte ihr Verein Erdgas Chemnitz zu einer großen Spendenaktion aufgerufen und so rund 120.000 Euro für Kristina Vogel gesammelt.

Medaillen wurden am Samstag natürlich auch vergeben: Für den sportlichen Höhepunkt des zweiten Weltcup-Tages in der Hauptstadt sorgte indes Jochaim Eilers. Der 28 Jahre alte Chemnitzer konnte sich im 1000-Meter-Zeitfahren in einer Zeit von 1:00,645 Minuten gegen den Franzosen Quentin Lafargue (1:00,660) durchsetzen und die Goldmedaille holen.

"Mein letzter Weltcupsieg war 2015 in Neuseeland. Daher ist es natürlich besonders schön, hier vor heimischem Publikum gewinnen zu können", sagte Eilers nach seinem zehnten Weltcupsieg.

Kristina Vogel gut gelaunt am Samstagabend an der Renntstrecke.
Kristina Vogel gut gelaunt am Samstagabend an der Renntstrecke.  © DPA

Titelfoto: DPA

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