Für Zivilcourage ausgezeichnet: Chemnitzer Bürgerfest bekommt Preis

Chemnitz/Berlin - Der Verein Chemnitzer Bürgerfest ist am Montag vom Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V. und der Jüdischen Gemeinde Berlin mit dem Preis für Zivilcourage geehrt worden.

Das Bürgerfest war als Ersatz für das abgesagte Chemnitzer Stadtfest organisiert worden.
Das Bürgerfest war als Ersatz für das abgesagte Chemnitzer Stadtfest organisiert worden.  © Maik Börner

Vereinsgründer Sebastian Thieswald habe mit dem Fest "Herzschlag" im August gezeigt, dass die Chemnitzer ihre Stadt nicht den Radikalen überlassen wollten. Der mit 3000 Euro dotierte Preis wurde bereits zum zehnten Mal vergeben.

Die Tischrede hielt der Siemens-Vorstandsvorsitzende, Joe Kaeser. Wie der Verein auf der Webseite mitteilt, sagte Joe Kaeser Folgendes über die Preisträger:

"Verantwortung übernehmen heißt auch, gegen das Vergessen einzutreten. In einer Zeit, in der die letzten Zeitzeugen des Holocaust und der schrecklichen Kriegsverbrechen von uns gehen, tragen wir diese Verantwortung umso mehr. Nationalistische Kräfte schüren Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus und Viele kommen aus der Mitte der Gesellschaft. Wir werden es nicht zulassen, dass sich diese Entwicklung durchsetzt. Wirtschaft, Wissenschaft und Kirchen haben schon einmal zu lange geschwiegen und sich auch damit zu Mittätern gemacht. Das darf nie wieder passieren".

Chemnitz: Achtung: Hier gilt in Chemnitz jetzt Tempo 30!
Chemnitz Lokal Achtung: Hier gilt in Chemnitz jetzt Tempo 30!

"Das Chemnitzer Bürgerfest hat ein eindrucksvolles Beispiel dafür gegeben, dass unser Land sich gegen diese menschenfeindlichen Kräfte wehren wird und kann", so Kaeser weiter.

Das Bürgerfest hatte als Ersatz für das abgesagte Chemnitzer Stadtfest stattgefunden. Am Rande des Stadtfestes war 2018 ein 35-Jähriger erstochen worden. In der Folge war es zu fremdenfeindlichen Übergriffen und rechten Demonstrationen in der Stadt gekommen.

Sebastian Thieswald (l) und Chris Dietrich nehmen den "Preis für Zivilcourage gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Rassismus" entgegen.
Sebastian Thieswald (l) und Chris Dietrich nehmen den "Preis für Zivilcourage gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Rassismus" entgegen.  © dpa/Jörg Carstensen

Titelfoto: dpa/Jörg Carstensen

Mehr zum Thema Chemnitz Kultur & Leute: