Blitzereinnahmen brechen ein, darum rüstet Stadt auf

Miko Runkel (56)
Miko Runkel (56)  © Uwe Meinhold

Chemnitz - Es gab schon schlimmere schlechte Nachrichten: Die Blitzer-Einnahmen der Stadt brechen ein. Das Ordnungsamt rüstet aber genau deswegen jetzt auf. Die Stadt kauft für stolze 121.000 Euro ein neues Messfahrzeug mit Hightech-Blitztechnik. Der VW Caddy löst einen alten Skoda ab.

Bis Ende Juni 2017 erwischten die sechs Messfahrzeuge der Stadt 29.600 Temposünder. Im Jahr 2016 waren es 66 400 - 3600 mehr pro Halbjahr. Die Einnahmen sanken (pro Halbjahr) von 770.000 auf 670.000 Euro.

Nicht anders bei den „Starenkästen“. Neun Anlagen in Stollberger, Frankenberger, Neefe-, Leipziger, Dresdner, Annaberger Straße sowie am Südring lösten in sechs Monaten 2016 rund 32.000-mal aus, 2017 nur 27.000-mal. Die Einnahmen sanken von 740.000 auf 660.000 Euro.

Der Super-Blitzer an der Zwickauer Straße 
spielte nur 67.000 Euro ein (94.000 Euro).
Der Super-Blitzer an der Zwickauer Straße spielte nur 67.000 Euro ein (94.000 Euro).  © Uwe Meinhold

Auf 50.000 Euro muss die Stadt bei Rotlichtsündern verzichten, auf 140.000 Euro bei Falschparkern. Bisher kassierte die Stadt 2,1 Millionen Euro Bußgeld, im halben Vorjahr 2,54 Millionen.

Eigentlich sollte Ordnungsbürgermeister Miko Runkel (56, parteilos) mit den Blitzereinnahmen den Stadtsäckel jährlich praller füllen. Nun geht das Geld flöten - weil die Chemnitzer Autofahrer blitzgescheit sind.

Moderne Blitztechnik soll nun wieder mehr Temposünder erwischen, Einnahmen erhöhen. Ein Stadtsprecher sagte, dass 2018 ein weiteres Messauto gekauft werde - ebenfalls mit moderner Lichtmessung statt Laserpistolen.

Der Kreisvorsitzende des Automobilclubs Europa, Jörg Vieweg (46, SPD), sieht die technische Aufrüstung mit gemischten Gefühlen:

„Ich erwarte, dass das Ordnungsamt nicht die Bürger abschöpft, sondern an Schulen und Kitas für Sicherheit sorgt.“

Mit einer neuen High-Tech-Anlage will die Stadt die Einnahmen aus 
Tempokontrollen erhöhen.
Mit einer neuen High-Tech-Anlage will die Stadt die Einnahmen aus Tempokontrollen erhöhen.  © Stadt

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