Blutbad von Ebersdorf! Prozess gegen "Schwarze Witwe" gestartet

Susann A. (32), genannt Armina, muss sich nun vor Gericht verantworten.
Susann A. (32), genannt Armina, muss sich nun vor Gericht verantworten.  © Harry Härtel/Haertelpress

Chemnitz - Kommt jetzt die ganze Wahrheit ans Licht? Heute beginnt der Mordprozess gegen Susan A. (33) und Jan D. (39). Die beiden sollen gemeinsam den Ehemann der aus Kenia stammenden Frau, den damals 58-jährigen Karl Ekkehart A. (58), brutal getötet haben (TAG24 berichtete).

Genau 268 Tage nach der schrecklichen Bluttat vom 12. September 2016 treffen sie sich wieder. Sie würdigen sich keines Blickes, obwohl sie auf der Anklagebank nicht mal zwei Meter trennen.

Er - der Mörder, blind vor Liebe. Der Reha-Techniker hat die Tat bereits den Fahndern der Kripo gegenüber gestanden. Sie - laut Anklage die eiskalte Todes-Witwe, welche die grausame Bluttat organisierte.

Als Staatsanwalt Sven Schroth (32) die Anklage verliest, ist es im Sitzungssaal 0.36 mucksmäuschenstill. Der Ankläger ist überzeugt: Der Familienvater Karl Ekkehart A. musste sterben, weil seine Frau zwei Kinder von anderen Männern bekommen hatte. Die jüngere Tochter soll von Jan D. gezeugt worden sein. Und: Zwei Tage nach der Tat stand ein Gerichtstermin an, bei dem die Vaterschaft der älteren Tochter geklärt werden sollte.

Auch Jan D. steht vor Gericht.
Auch Jan D. steht vor Gericht.

Der gehörnte Ehemann soll außerdem bereits seit 2013 konkret geplant haben, sich von seiner untreuen Frau zu trennen. Staatsanwalt Schroth: "Das wollte sie aus finanziellen Gründen nicht."

Um 21.30 Uhr begann am Todes-Abend das Gemetzel: Erst verführte Susan A. ihren Mann zum Sex. Jan D. schlich laut Anklage ins Haus, setzte sich eine Maske auf und griff zu einer Machete mit 40 Zentimetern Klingenlänge.

Im Wohnzimmer dann der brutale Angriff: Während Susan A. beim Sex auf ihrem Mann saß, schnitt ihm der Geliebte die Kehle durch. Dabei verletzte er im Blutrausch auch die Achillessehnen seiner Geliebten.

Danach flüchtete der Mann auf einem E-Bike aus dem Haus im Stadtteil Ebersdorf. Susan A. rief den Notarzt, schleppte sich blutend zu ihren Nachbarn. Gegenüber TAG24 hatte die "Schwarze Witwe von Ebersdorf" kurz nach der Tat behauptet: "Es waren drei maskierte Männer. Es war dunkel, ich habe niemanden erkannt."

Das Dickicht aus Lügen und falschen Fährten hielt aber nicht lange - am 21. September wurde Jan D. in seiner Wohnung in Lichtenwalde verhaftet. Er führte die Beamten an ein Wehr an der Zschopau, Taucher bargen wenig später die Tatwaffe aus dem Fluss. Bei Susan A., die im Ort nur als "Armina" bekannt war, klickten am 2. November 2016 die Handschellen. Jan D. hatte in der Untersuchungshaft ausgepackt.

Beide Angeklagte wollen sich noch heute zu den Vorwürfen äußern - Jan D. mündlich, Susan A. schriftlich.

Für den Prozess werden an elf Verhandlungstagen die Aussagen von rund 50 Zeugen und sieben Gutachtern erwartet. Ein Urteil soll frühestens Ende August fallen. Dem Blut-Pärchen droht lebenslange Haft.

Update, 11.15 Uhr:

Susan A. hat den Mordvorwurf bestritten. Über ihren Anwalt Hans-Jürgen Rutsatz (55) ließ sie erklären: "Ich habe mit den Vorwürfen nichts zu tun. Mein Mann wurde bei einem Überfall getötet. Meine Aussagen von damals entsprechen meinen Wahrnehmungen und Erinnerungen."

Jan D. legte kurz darauf ein dramatisches Geständnis ab. Fast minutiös schilderte er den Vortag, die Zeit vor der Tat. Als er detailliert erzählte, wie er den Familienvater tötete, zitterten seine Hände. Mit gebrochener Stimme erinnerte er sich an den Todeskampf des Opfers. Seine ehemalige Geliebte verfolgte die Aussage anfangs mit Kopfschütteln. Später weinte sie nur noch still vor sich hin.

Heute sollen noch zwölf Zeugen gehört werden. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

Hinter dieser Tür in einem Haus in Ebersdorf geschah die blutige Tat.
Hinter dieser Tür in einem Haus in Ebersdorf geschah die blutige Tat.  © Harry Härtel/Haertelpress

Titelfoto: Harry Härtel/Haertelpress


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