Trotz Protesten: Kein Überweg über Bornaer Straße geplant

Chemnitz - Das hohe Verkehrsaufkommen in der Bornaer Straße ärgert die Anwohner. Im Minutentakt brettern Brummis über sie. Ein neuer Fußgängerüberweg hätte die Sache entschärft. Doch diesem Vorschlag schob Baubürgermeister Michael Stötzer (47, Grüne) einen Riegel vor.

Anwohner der Bornaer Straße wie Andreas Müller (48) fühlen sich vom hohen Verkehrsaufkommen belästigt.
Anwohner der Bornaer Straße wie Andreas Müller (48) fühlen sich vom hohen Verkehrsaufkommen belästigt.  © Sven Gleisberg

"Das ist ein Problem, das alle Bornaer kennen", sagt Nora Zill (35, SPD). Seit Jahren werden Anwohner vom hohen Durchgangsverkehr belästigt.

Anteil hat daran unter anderem der Entsorger Becker Umweltdienste. Deswegen hat die Stadt die Straße bereits in den Lärmaktionsplan aufgenommen. "Ich sehe die vielen Autos und die fehlenden Überquerungen als Gefahrenquelle", sagt Anwohner Andreas Müller (48). Besonders "bergabwärts", auf der langen Geraden zwischen Leipziger Straße und Wittgensdorfer Straße, drücken Autofahrer gern aufs Gas. An dieser Stelle haben sich viele Bornaer eine Querung gewünscht.

Doch diese wird es nicht geben. "Beobachtet wurde, dass keine übermäßig langen Wartezeiten und auch keine riskanten Querungen für Fußgänger bestehen", so Michael Stötzer. Der Baubürgermeister beruft sich auf eine Fußgängerzählung von diesem Sommer. Demnach wurden zu wenig Fußgänger gezählt. Der erforderliche Wert von 50 bis 100 Fußgängern pro Stunde sei nicht erreicht worden.

"Hier fehlt mir die Umsicht. Wo kein Angebot ist, ist auch keine Nachfrage", so Nora Zill.

Einsiedler haben ihre Fußgängerbrücke zurück

Am Dienstag wurde in Einsiedel eine neue Fußgängerbrücke eröffnet. Die alte wurde beim Juni-Hochwasser 2013 zerstört.
Am Dienstag wurde in Einsiedel eine neue Fußgängerbrücke eröffnet. Die alte wurde beim Juni-Hochwasser 2013 zerstört.  © Kristin Schmidt

Sechs Jahre nach ihrer Zerstörung durch das Hochwasser 2013 ist die Fußgängerbrücke im Stadtteil Einsiedel wieder begehbar. Zwischen Talsperrengrund und der Einsiedler Hauptstraße wurde über der Zwönitz ein Ersatzneubau gebaut.

Damals war die Brücke "sehr stark beschädigt worden", heißt es vonseiten der Stadt. Bevor der Neubau beginnen konnte, wurde in einer Sofortmaßnahme zurückgebaut. Seit September 2018 wurde der neue Entwurf verwirklicht.

Die neue Brücke folgt dem Leichtbauprinzip und ist barrierefrei zugänglich. "Gleichzeitig entspricht sie den neuen, derzeitig gültigen Anforderungen." Heißt: Sie hält theoretisch einem Jahrhunderthochwasser (HQ 100) stand.

Kosten: etwa zwei Millionen Euro. Diese stammen aus dem Fördertopf des Freistaates für die Beseitigung der Schäden des Hochwassers 2013.

Titelfoto: Sven Gleisberg

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