Großer Wirbel um umstrittene Holocaust-Urne in Chemnitz

Chemnitz - Mächtig Aufregung um eine politische Kunstaktion in der Brückenstraße: Aktionskünstler des "Zentrums für politische Schönheit" (ZPS) stellten im Schaufenster der "Parteisäge" eine Urne auf, angeblich gefüllt mit der Asche im Holocaust ermordeter Juden.

Wirbel um Urnen-Aktion: Am Abend klebte nur noch eine Entschuldigung im Schaufenster.
Wirbel um Urnen-Aktion: Am Abend klebte nur noch eine Entschuldigung im Schaufenster.  © Ralph Kunz

Vor Tagen hatte das ZPS eine ähnliche Urne in Berlin aufgestellt, als Warnung an die CDU vor der AfD. Auch diese Aktion löste viel Kritik aus. Die war so heftig, dass sich das ZPS schriftlich entschuldigte.

Zuvor kam eine zweite Urne nach Chemnitz. Das Schaufenster zur Verfügung gestellt hatte Kunstsammlungs-Chef Frédéric Bußmann (45). Die Reaktion kam prompt.

Ruth Röcher (65), Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Chemnitz: "Die Aktion ist menschenverachtend." Inzwischen hat das ZPS erklärt, dass in den Urnen keine Asche aus Auschwitz sei. Das ändert nichts an Röschers Meinung: "Woher wissen wir, was stimmt?"

CDU-Bundestagsabgeordneter Frank Heinrich (55) tobt: "Die Instrumentalisierung von Verstorbenen - ob mit oder ohne Asche - wirkt auf mich wie eine Relativierung des Holocaust."

Am Abend war die Urne im Schaufenster abgedeckt. Davor klebte ein Zettel mit der Entschuldigung des ZPS.

Titelfoto: Ralph Kunz

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