Krisensitzung! Brühl-Händler lesen der Stadt die Leviten

Chemnitz - Die unendliche Geschichte der Brühl-Belebung geht weiter. Bei einem Krisen-Gespräch im Brühlbüro baten rund 50 Anwohner und Unternehmer am Mittwoch vier Stadtrats-Politiker um Unterstützung.

Interesse am Brühl ungebrochen: Anwohner, Unternehmer und Politiker in großer, öffentlicher Runde.
Interesse am Brühl ungebrochen: Anwohner, Unternehmer und Politiker in großer, öffentlicher Runde.  © Kristin Schmidt

Die signalisierten Handlungsbereitschaft. Der Tenor des Abends: "Wir wollen alle ein lebendiges Szene-Viertel, aber seit dem Konzept vor acht Jahren ist wenig passiert."

Fest steht, dass die Prüfung des Brühls als urbanes Gebiet mit Wohnungen, Büros, Kneipen und Kultur durch die Stadtverwaltung angeschoben ist. Die könnte bis zu zwei Jahre brauchen. Auch einen Informationstag im Brühl soll es bald geben.

"Im Mai 2019 hat mir die Stadt den Brühl ans Herz gelegt. Ich wollte was bewegen, bin aber beim Bauamt nur gegen Mauern gelaufen. Ich betreibe eine Cocktail-Bar ohne Halli-Galli-Partys. Es geht nicht nur um mich, sondern um alle hier", rechnet Volker Beyer (42) konsterniert ab. Ende des Monats wird er als Geschäftsführer der "Coffee Art Bar" aufhören (TAG24 berichtete).

Auf dem Brühl und in ganz Chemnitz fehle Kultur, tagsüber sei "tote Hose", Leute kämen nur über Events. Der Brühl stagniere oder hätte sich seit 15 Jahren zurückentwickelt. Probleme habe man nicht mit den Eigentümern, sondern mit der Langsamkeit und den Vorschriften von Bau- und Ordnungsamt, klagt der Händler.

"OB Ludwig hat zu mir gesagt, dass ein Kiez Lärm aushalten muss. Ich nehme sie beim Wort. Ich bin schockiert über das Echo jetzt, denn das Thema ist uralt. Versprechen wurden gebrochen, Chancen vertan. Die neue Diskussion ist der letzte Strohhalm", sagt Anwohner Hendrik Gransee (37).

Stadträtin Almut Patt (51, CDU) kündigt an: "Wir wollen alle an einen Tisch bringen. Interesse aus dem Stadtrat ist da. Wenn die rechtlichen Voraussetzungen stimmen, kann es eine schnelle Lösung geben."

OB-Kandidatin Almut Patt (51, CDU, r.) und Detlef Müller (55, SPD, l.) tauschten sich im Brühlbüro mit Unternehmer Volker Beyer (44) aus.
OB-Kandidatin Almut Patt (51, CDU, r.) und Detlef Müller (55, SPD, l.) tauschten sich im Brühlbüro mit Unternehmer Volker Beyer (44) aus.  © Kristin Schmidt
Anwohner Hendrik Gransee (37) belegt seine Meinung zum Brühl-Projekt mit alten Zeitungsartikeln.
Anwohner Hendrik Gransee (37) belegt seine Meinung zum Brühl-Projekt mit alten Zeitungsartikeln.  © Kristin Schmidt
Der Brühl-Boulevard hat seinen ganz eigenen, besonderen Charme.
Der Brühl-Boulevard hat seinen ganz eigenen, besonderen Charme.  © Kristin Schmidt

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