Stadt dreht den kleinen Wochenmärkten den Saft ab

Chemnitz - Seit Jahren versorgen Händler die Kunden in der Georgstraße und am Ikarus. Brot, Wurst, Käse, Obst und Gemüse sind an vielen Tagen im Angebot. Die Stadt fand die Märkte zu popelig. Deshalb kündigte Ordnungsbürgermeister Miko Runkel (56, parteilos) im Herbst die Schließung an (TAG24 berichtete). Nun wurde den Händlern buchstäblich der Saft abgedreht.

Dem Mini-Markt am Brühl wurde der Strom abgestellt.
Dem Mini-Markt am Brühl wurde der Strom abgestellt.  © Sven Gleisberg

Stadtrat Jörg Vieweg (47, SPD) reagiert sauer: "Im Oktober stärkte der Stadtrat die Märkte am Brühl und am alten Flughafen. Doch jetzt ließ das Ordnungsamt die Stromversorgung abschalten." Der Politiker fordert eine schnelle Lösung für die Händler.

Gegen die Schließung der Märkte hatten SPD und Linke im Stadtrat protestiert. Eine große Mehrheit stimmte im Oktober 2018 für den Erhalt der kleinen Märkte. "Seitdem streiten sich Ordnungs- und Tiefbauamt um die Zuständigkeit", erklärt Vieweg. Nun meldete das Ordnungsamt die Stromanschlüsse für die Händler ab.

Vieweg schimpft: "Die Stadt ignoriert den Ratsbeschluss. Ohne Licht, Kühlung oder Heizung sind Marktstände nahezu unmöglich zu betreiben." Eine Stellungnahme der Stadt steht noch aus.

SPD-Stadtrat Jörg Vieweg (47) kämpft für den Erhalt der kleinen Wochenmärkte - auch am Ikarus in Helbersdorf.
SPD-Stadtrat Jörg Vieweg (47) kämpft für den Erhalt der kleinen Wochenmärkte - auch am Ikarus in Helbersdorf.  © Maik Börner

Titelfoto: Maik Börner

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