Gestatten, ich bin wohl der älteste "Bufdi" von Chemnitz

Chemnitz - "Gestatten, ich bin der wohl älteste ,Bufdi' von Chemnitz!" - Klaus Schnabel (68) hat auch im Rentenalter noch nicht genug von der Arbeit und engagiert sich im Bundesfreiwilligendienst (Bufdi). Sein Arbeitsort: das soziokulturelle Zentrum "Querbeet" am Rosenplatz.

Ob Handwerk oder Sport, die junge Julia und der "etwas ältere" Klaus bilden ein gutes Team.
Ob Handwerk oder Sport, die junge Julia und der "etwas ältere" Klaus bilden ein gutes Team.  © Ralph Kunz

Bufdis, das sind eigentlich meist junge Leute, die nach der Schule etwas engagieren wollen.

So wie die zweite Helferin bei "Querbeet", Julia Bartsch (17). Sie überbrückt im Kinder-, Jugend- und Seniorentreff des Vereins "Klinke" ihre Suche nach einer Lehrstelle.

Und freut sich über den erfahrenen Kollegen: "Klaus macht, was Männer machen - Fußboden reparieren, sägen, Kisten schleppen." Und das kann der Chemnitzer! War er doch 54 Jahre als Tischler tätig.

Kurz vor der Rente wurde er arbeitslos, wollte aber die Arbeit noch nicht los sein.

"Deshalb trat ich in den Bundesfreiwilligendienst ein, bringe so weiter Struktur und Sinn in meine Tage." Der Tischler baut auch als Bufdi gerne - darunter das rund fünf Meter hohe Baumhaus bei "Querbeet".

Aber auch Sitzbänke, Bastelarbeiten oder Holzdeko kommen aus Schnabels Hand. Julia Bartsch ist begeistert: "Ohne Klaus hätten wir ein Problem. Er ist mit 68 noch fitter als viele junge Leute, für mich ein Vorbild."

Zu Recht, meint Thiemo Kirmse (50), Vorsitzender des "Querbeet"-Trägervereins "Klinke". "Viele Vereine brauchen Bufdis für ihre Arbeit. Darum gehören die Alten noch lange nicht zum alten Eisen."

Zwei Bufdis aus zwei Generationen bei der Arbeit: Julia Bartsch (17) und Klaus Schnabel (68) an einer Fotowand.
Zwei Bufdis aus zwei Generationen bei der Arbeit: Julia Bartsch (17) und Klaus Schnabel (68) an einer Fotowand.  © Ralph Kunz

So läuft das mit dem Bundesfreiwilligendienst

Im Bundesfreiwilligendienst kann jeder Bürger nach der Pflichtschulzeit arbeiten. Einsatzdauer: 6 bis 24 Monate.

Jeder "Bufdi" erhält einen Ausweis (gut für Vergünstigungen), Anleitung und bis 402 Euro Taschengeld im Monat sowie die Sozialabgaben. Das zuständige Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben wirbt um Bufdis, die eine Zwischenzeit zwischen Schule und Uni/Beruf oder der Arbeitslosigkeit überbrücken möchten, die Arbeitserfahrungen sammeln oder sich für die Gemeinschaft engagieren wollen.

In Chemnitz gibt es rund 170 Einsatzstellen für Bufdis in vielen sozialen Bereichen. Infos unter Telefon 0221/36730.

Klaus Schnabel arbeitet mit 68 Jahren im Zentrum "Querbeet" am Rosenplatz - und fühlt sich richtig gut.
Klaus Schnabel arbeitet mit 68 Jahren im Zentrum "Querbeet" am Rosenplatz - und fühlt sich richtig gut.  © Ralph Kunz

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