Gezerre um Hahn-Ehrung: Rotarier sind erschüttert

Die umstrittene Gedenkplatte für Carl Hahn wird wieder entfernt.
Die umstrittene Gedenkplatte für Carl Hahn wird wieder entfernt.  © Uwe Meinhold

Chemnitz - Die Debatte um den früheren Chef der Auto-Union, Carl Hahn, wird immer obskurer. Die Stadt lässt die von den Rotariern verlegte "Denkmal"-Ehrenplatte am Roten Turm wieder entfernen - weil Hahn ins NS-Zwangsarbeitersystem verstrickt war. Nun droht der Verein, Ehrungen verdienter Chemnitzer zu beenden.

Der Rotary-Club schlägt der Stadt jährlich zwei Ehrungen vor. Club-Präsident Michael Wagner (60): "Die Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig hat stets ein Veto-Recht." Doch sie legte 2016, als der Verein Carl Hahn vorschlug, kein Veto ein. Im Gegenteil. Ludwig schrieb den Rotariern damals: "Eine gute Auswahl."

Am 4. September verlegten die Rotarier die Ehrentafel am Roten Turm. Erst danach gab es erste Proteste. Michael Wagner ist erschüttert: "Wir wollten der Stadt etwas Gutes tun." Nächste Woche entscheiden die Rotarier (67 Mitglieder), ob und wie sie ihre Gedenk-Aktion fortsetzen.

Die Stadt hingegen will künftige Gedenkplatten im Kulturausschuss beschließen lassen.


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