Dritte Niederlage in Folge: Zieht der scheidende CFC-Vorstand die Reißleine?

Vereinschef Dr. Mathias Hänel legt zum Monatsende sein Amt nieder, wird es vorher noch eine Trainerentlassung geben.
Vereinschef Dr. Mathias Hänel legt zum Monatsende sein Amt nieder, wird es vorher noch eine Trainerentlassung geben.  © Picture Point

Münster - Harmlos, ideenlos, sieglos: Innerhalb einer Woche hat der CFC zwei Kellerduelle in den Sand gesetzt. Zwei Spieltage vor dem Ende der Hinrunde sieht es für die Himmelblauen in der 3. Liga ganz düster aus!

Am Freitagabend gab es ein 0:1 in Münster. Nur Torhüter Kevin Kunz war es zu verdanken, dass die neunte Saisonniederlage nicht höher ausfiel.

Wird Horst Steffen die Mannschaft, die das vierte Pflichtspiel in Folge verlor, in der neuen Woche noch trainieren? Oder zieht der in wenigen Tagen führungslose Verein die Reißleine?

Bis Monatsende ist der Vorstand noch komplett. Dann legen Vereinschef Dr. Mathias Hänel und Stefan Bohne ihre Ämter nieder (TAG24 berichtete). Dass sie mit einer Trainerentlassung abtreten, ist schwer vorstellbar.

Steffen sprach in Münster von einer "herben Enttäuschung. Diese Niederlage muss ich erst einmal sacken lassen."

Harmlos, ideenlos, sieglos: Der CFC hatte schon bessere Tag als bei der Partie gegen Preußen Münster.
Harmlos, ideenlos, sieglos: Der CFC hatte schon bessere Tag als bei der Partie gegen Preußen Münster.  © Picture Point

Um seinen Job fürchtet der Fußball-Lehrer nicht. "Furcht sollte man wegen anderer Dinge haben, nicht wegen einer Niederlage. Ich habe genug Selbstvertrauen und weiß, was ich tagtäglich tue. Ich gebe mein Bestes. Mehr kann ich nicht machen."

Nach ausgeglichenen 20 Minuten riss Münster das Spiel an sich, erspielte sich eine Vielzahl an Tormöglichkeiten.

Steffen: "Der Gegner holt gefühlte 50 Fouls heraus. Wir waren zu brav und müssen uns einfach viel mehr dagegen stemmen und wehren. Das sind Dinge, die ich schon mehrfach angesprochen habe."

Offenbar hören ihm die Spieler nicht zu. Erst in der Schlussviertelstunde, mit dem Mut der Verzweiflung, spielte der CFC mutig nach vorn. Mehr als der Aluminiumtreffer von Tom Baumgart (85.) sprang nicht heraus.

Warum legten die Gäste ihre Zurückhaltung erst so spät ab? "Wenn ich es wüsste, würde ich es abstellen“, erklärt Steffen.

Wird er den CFC auch auf das kommende Heimspiel gegen Magdeburg vorbereiten? "Davon gehe ich aus, das ist meine Herangehensweise. Was soll ich mir über andere Dinge Gedanken machen", sagte Steffen, während Sportdirektor Steffen Ziffert kommentarlos aus Münster verschwand.

Das Problem ist der Kader

Kommentar von Olaf Morgenstern

Der CFC kommt seit dem blamablen Pokal-Aus nicht mehr in Tritt. Und wenn es nicht läuft, wird der Ruf nach einem Trainerwechsel immer lauter.

Doch hilft ein neuer Mann tatsächlich weiter? Oder verpulvert der Verein damit nicht schon wieder Geld, das er gar nicht hat?

Horst Steffen tut alles, was in seiner Macht steht. Er arbeitet viel und akribisch, doch die Mannschaft setzt die Vorgaben nicht um. Sie verteidigt schlecht. Vorn fehlen die Ideen, wird quer statt in die Tiefe gespielt.

Für mich ist nicht der Trainer das Problem, sondern der Kader! Viele Spieler, die aus der vierten Liga kamen, haben sich nicht durchsetzen können.

Die Leistungsträger, die vornweg marschieren müssten, tauchen ab. Dem CFC fehlen Typen, die Kante zeigen, die kratzen und beißen, die lautstark dazwischen hauen, wenn es auf dem Platz nicht läuft.

Dieses Problem löst kein neuer Trainer. Soll der Abstieg verhindert werden, muss neues Spielerpersonal her.

Auch wenn die Kassen leer sind - dieses Risiko muss der Verein im Januar gehen. Der Absturz in die Regionalliga käme dem CFC noch teurer zu stehen.


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