Offen wie ein Scheunentor: CFC bei Standards sehr anfällig

Oliver Hüsing (l.) traf für Rostock nach einem Freistoß. Sieben Meter frei vorm Tor kommt er selbst im Training nicht zum Abschluss.
Oliver Hüsing (l.) traf für Rostock nach einem Freistoß. Sieben Meter frei vorm Tor kommt er selbst im Training nicht zum Abschluss.  © picture point/Sven Sonntag

Chemnitz – Sobald der Gegner einen Standard in Strafraumnähe bekommt, wird man als CFC-Fan richtig unruhig. Jetzt bloß nix kassieren – nicht schon wieder! Die Fingernägel werden nun arg beansprucht.

Nicht zu unrecht, denn die Verteidigung gegnerischer Standards sind beim Chemnitzer FC seit geraumer Zeit ein leidiges Thema. Im Strafraum herrscht dann oftmals Alarmstufe Dunkelrot. Zuletzt in Rostock gerieten die Himmelblauen nach Freistoßvorlage von Amaury Bischoff durch einen Kopfball von Oliver Hüsing mit 0:1 in Rückstand, unterlagen danach mit 1:3.

„Bei Standards gibt es eine klare Zuordnung, Mann gegen Mann. Wenn einer sieben Meter vor dem Tor so frei köpfen kann, dann ist das ein riesiges Problem“, kritisierte Dennis Grote im Nachgang.

Betrachtet man die Entstehung aller 34 Gegentreffer der Hinrunde, ergibt sich folgendes Bild: elf resultierten direkt oder indirekt aus ruhenden Bällen.

Horst Steffen appelliert an die Spieler

Hier ging es gut: CFC-Keeper Kevin Kunz pflückt einen Eckball im Spiel gegen Magdeburg runter. Verloren hat Chemnitz trotzdem.
Hier ging es gut: CFC-Keeper Kevin Kunz pflückt einen Eckball im Spiel gegen Magdeburg runter. Verloren hat Chemnitz trotzdem.  © Frank Kruczynski

Zu viel nach dem Geschmack von Horst Steffen, der deswegen schon vor dem letzten Heimspiel gegen Magdeburg von Zonen- auf Manndeckung umstellte. Mit einer entscheidenden Krux.

„Im richtigen Moment musst du als der Spieler, der nicht eingeteilt ist erkennen, jetzt muss ich vielleicht übernehmen, denn der andere kommt nicht mit“, appelliert Steffen an das nötige Spielverständnis. Die 3. Liga stellt da deutlich höhere Ansprüche als die Regionalliga – vier von fünf Neuzugängen in der Abwehr kamen aus der vierten Liga – aber das nur am Rande.

Viel wichtiger ist der Status Quo und da müsse man laut Steffen den Mittelweg wählen zwischen: „Ich verfolge meinen Mann oder registriere, dass der Gegner uns blockt. Dann übernehme ich den Mann der kurz geht.“ Die Botschaft ist klar: „Das müssen die Jungs selbstständig auf dem Platz regeln!“


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