Aus für CFC-Trainer Bergner und Geschäftsführer Sobotzik: Sind die Fans Schuld?

Chemnitz - Das Kapitel David Bergner ist beendet. Der CFC-Trainer marschierte am Donnerstag kurz vor 10 Uhr ein letztes Mal in sein Büro im Sportforum. Er kam mit einem breiten Strahlen im Gesicht. Was er hinterlässt, ist zum Weinen.

Einer, der nicht mehr da ist, einer, der bald nicht mehr da ist und einer, mit dem keiner bisher geredet hat: Ex-Trainer David Bergner (M.) diskutiert mit Sportdirektor Thomas Sobotzik, der am 15. September geht. Co-Trainer Sreto Ristic war überrascht vom
Einer, der nicht mehr da ist, einer, der bald nicht mehr da ist und einer, mit dem keiner bisher geredet hat: Ex-Trainer David Bergner (M.) diskutiert mit Sportdirektor Thomas Sobotzik, der am 15. September geht. Co-Trainer Sreto Ristic war überrascht vom  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

Die Mannschaft steht nach sieben Spieltagen sieglos auf dem vorletzten Platz. Bereits in der Rückrunde 2017/18 hatte sich der Fußball-Lehrer erfolglos daran ausprobiert, mit den Himmelblauen die Klasse zu halten. Nach insgesamt 25 Drittliga-Spielen mit Chemnitz stehen magere vier Siege zu Buche. 16 Mal verlor die Bergner-Elf.

Mit Bergner verabschiedet sich auch CFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik. Der ehemalige Bundesliga-Profi war im Mai 2018 gekommen. Nach dem Abstieg stellte er ein komplett neues Team auf die Beine, das mit 15 Siegen am Stück in die Regionalliga startete und am Ende souverän den direkten Wiederaufstieg feiern konnte.

Offiziell gehen Bergner und Sobotzik auf eigenen Wunsch, das teilten die Gesellschafter der CFC Fußball GmbH am Mittwochabend mit. Bergner verabschiedete sich erst am Donnerstag von seinen Spielern, was darauf hindeutet, dass sein Abgang nicht ganz freiwillig war. Noch am Mittwoch hatte er beide Trainingseinheiten engagiert und gut gelaunt geleitet.

Von seinem abrupten Ende erfuhren die Spieler aus den Medien.

Der mögliche Nachfolger: André Meyer steht ganz oben auf der Wunschliste des CFC. Zwei Monate war er Co-Trainer unter Bruder Daniel beim FC Erzgebirge. Foto: Picture Point/Sven Sonntag
Der mögliche Nachfolger: André Meyer steht ganz oben auf der Wunschliste des CFC. Zwei Monate war er Co-Trainer unter Bruder Daniel beim FC Erzgebirge. Foto: Picture Point/Sven Sonntag  © picture point/Sven Sonntag

Sobotzik wird die Aufgaben des Geschäftsführers nach Vorgaben der Gesellschafterversammlung noch bis zum 15. September ausführen. Diese Regelung dient der Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit der Fußball GmbH sowie deren Geschäftsstelle, hieß es in der Pressemitteilung.

Bis ein neuer Trainer gefunden worden ist - als heißester Kandidat gilt André Meyer, zuletzt Co-Trainer beim FC Erzgebirge und davor ein Jahr beim Viertligisten Union Fürstenwalde - betreut Sreto Ristic sowie Hospitant Christian Tiffert die Mannschaft.

Von Seiten der Gesellschafter machte sich am Donnerstagvormittag keiner die Mühe, die Spieler über die jüngste Entwicklung beim CFC zu informieren. Auch mit Co-Trainer Ristic, der nicht im Besitz der Fußball-Lehrer-Lizenz ist, hatte keiner darüber gesprochen, dass er vorübergehend übernehmen soll.

Insolvenzverwalter Klaus Siemon teilte am Donnerstag mit: "Die Rücktritte sind ein erheblicher Rückschlag. Verantwortlich für diese Entwicklung ist die Fanszene, die es unterlassen hat, Thomas Sobotzik, aber auch David Bergner in geeigneter Weise den Rücken zu stärken als es notwendig war. Eine sportlich überaus erfolgreiche Phase der Sanierung geht damit in bedauerlicher Weise zu Ende.​"

Hospitant Christian Tiffert betreut des Team derzeit.
Hospitant Christian Tiffert betreut des Team derzeit.  © imago images/Harry Härtel
Insolvenzverwalter Klaus Siemon.
Insolvenzverwalter Klaus Siemon.  © p.p./Dölitzsch

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