CFC-Torjäger Frahn droht nach Torjubel-Aktion eine Strafe!

Chemnitz - Acht Tore in einem Spiel, sechs allein zwischen der 48. und 64. Minute - die 4006 Zuschauer bekamen am Sonnabend in Chemnitz einiges geboten.

Vor Spielbeginn gedachte die Südkurve den am Freitag verstorbenen, langjährigen Fan Thomas ("Tommy") Haller.
Vor Spielbeginn gedachte die Südkurve den am Freitag verstorbenen, langjährigen Fan Thomas ("Tommy") Haller.  © Harry Härtel/Haertelpress

Doch das 4:4 zwischen dem CFC und Altglienicke interessierte am Sonntag keinen mehr. Hohe Wellen schlug statt dessen die Torjubel-Aktion von Daniel Frahn.

Der Angreifer war nach seinem Treffer zur zwischenzeitlichen 3:2-Führung direkt zur Seitenlinie gerannt. Dort schnappte er sich ein schwarzes Trikot mit der Aufschrift "Support your local hools" und hielt dieses Richtung Südkurve.

Der Verein war not amused und teilte am Sonntagmorgen via Pressemitteilung mit:

"Diese Aktion wird von den Verantwortlichen des Chemnitzer FC nicht akzeptiert. Für Äußerungen dieser Art ist auf dem Fußballplatz kein Raum. Der CFC wird diesen Fall untersuchen und disziplinarische Maßnahmen prüfen."

Soll heißen: Frahn muss mit einer (Geld-)Strafe rechnen. Aber warum ließ sich Torjäger zu dieser Aktion hinreißen?

Daniel Frahn schnappte sich ein schwarzes Trikot mit der Aufschrift "Support your local hools" und hielt dieses Richtung Südkurve.
Daniel Frahn schnappte sich ein schwarzes Trikot mit der Aufschrift "Support your local hools" und hielt dieses Richtung Südkurve.

Vor Spielbeginn gedachte die Südkurve den am Freitag verstorbenen, langjährigen Fan Thomas ("Tommy") Haller. Er erlag im Alter von 55 Jahren einer Krebserkrankung.

Haller war nicht nur über Jahrzehnte hinweg ein leidenschaftlicher Anhänger der Himmelblauen, sondern zu Beginn der 2000-er Jahre Chef der CFC-Security.

Grenzwertig war die vom Verein genehmigte Aktion dennoch. Haller war in den 1990-er Jahren Mitbegründer der Gruppe "Hoonara" ("Hooligans-Nazis-Rassisten"). 2007 wurde diese Vereinigung offiziell aufgelöst. In jenem Jahr beendete der CFC auch die Zusammenarbeit mit Haller-Security.

Der CFC betonte in seiner Presseerklärung vom Sonntag:

"Nach dem Tod von Thomas Haller räumte der CFC im Rahmen des Ablaufs des Stadionprogramms den Fans und Hinterbliebenen die Möglichkeit der gemeinsamen Trauer ein. Entgegen der Berichterstattung des MDR Sachsen war dies keine offizielle Trauerbekundung."

Der Regionalligist stellte außerdem klar: "Die Ermöglichung der gemeinsamen Trauer stellt keine Würdigung des Lebensinhalts des Verstorbenen dar. Es ist ein Gebot der Mitmenschlichkeit, den Fans des CFC und Hinterbliebenen, die darum baten, die gemeinsame Trauer zu ermöglichen. Dies geschah in Übereinstimmung mit Abwägungen, die von den Sicherheitsbehörden getroffen worden waren. Das Bedürfnis der Menschen nach gemeinsamer Trauer gilt es für uns zu respektieren. In diesem Kontext hat der Stadionsprecher den Hinterbliebenen das Beileid ausgesprochen."

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