DFB-Vize Koch: CFC soll sich gegen Rassismus positionieren

Hamburg/Chemnitz - DFB-Vizepräsident Rainer Koch hat den Chemnitzer FC aufgefordert, sich klar von Rassismus zu distanzieren.

Nach dem Nazi-Skandal beim CFC fordert DFB-Vizepräsident Rainer Koch eine eindeutige Positionierung der Himmelblauen.
Nach dem Nazi-Skandal beim CFC fordert DFB-Vizepräsident Rainer Koch eine eindeutige Positionierung der Himmelblauen.  © DPA/Harry Härtel

"Das Strammstehen im Stadion ist mit Trauern nicht zu rechtfertigen", sagte Koch der Wochenzeitung "Die Zeit". Er ging damit darauf ein, dass der sächsische Fußball-Regionalligist am 9. März eine Gedenkminute für den verstorbenen Hooligan und Rechtsextremisten Thomas Haller mitorganisiert hatte.

Dem Club empfahl er eine gezielte Aktion am kommenden Samstag im Rahmen der Partie gegen Budissa Bautzen: "Ich fände es gut, wenn sich der Chemnitzer FC beim nächsten Heimspiel klar gegen Rassismus positionieren würde."

Der 60-Jährige kritisierte zudem die politische Instrumentalisierung von Fußballvereinen: "Ich muss mir oft anhören: Politisiert den Fußball doch nicht so! Dabei übersehen manche, dass sie längst eingespannt wurden, um mithilfe des Fußballs Politik zu machen."

Was rechtsextremistische Tendenzen in der Fanszene angehe, sei er generell ein Anhänger der "Zero-Toleranz-Strategie".

1000 Teilnehmer und 1000 Polizisten bei Trauerfeier für Thomas Haller

Die Polizei sicherte den Aufmarsch am St.-Michaelis-Friedhof mit mehr als 1000 Beamten ab.
Die Polizei sicherte den Aufmarsch am St.-Michaelis-Friedhof mit mehr als 1000 Beamten ab.

Am Montag fand die Beisetzung von Thomas Haller (†53) statt. Es fanden sich fast 1000 Trauergäste auf dem Friedhof der St. Michaeliskirche ein, darunter viele Hooligans aus dem In- und Ausland.

Im Einsatz waren etwa 1000 Polizisten von der sächsischen Bereitschaftspolizei, der Bundespolizei sowie Beamte aus Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Sie kontrollierten in der Annaberger Straße einzelne Autos, als die ersten Trauergäste auf dem Parkplatz des Altchemnitz-Centers eintrafen. Kurzzeitig führte der kurze Trauermarsch zu einem Verkehrschaos in Altchemnitz.

Insgesamt verlief die Beisetzung für den verstorbenen Gründer der rechtsextremen Vereinigung "HooNaRa" (Hooligans-Nazis-Rassisten) laut Polizei friedlich.

CFC erstattet Anzeige wegen Logo-Missbrauchs

Logo-Missbrauch: Der CFC erstattete Anzeige wegen eines Kranzgebindes.
Logo-Missbrauch: Der CFC erstattete Anzeige wegen eines Kranzgebindes.

Bei den Trauerbekundungen am Montag befanden sich das offizielle Vereinslogo des CFC, des 1. FC Magdeburg und vom BFC Dynamo auf den Bändern von zwei Trauergestecken.

Nun wehren sich die Vereine gegen die missbräuchliche Nutzung ihres Logos. Der FCM distanzierte sich von "jeglichem rechten Gedankengut" und zog direkt auch personelle Konsequenzen. Der Verein feuerte mutmaßlich rechte Ordner, die am Trauermarsch teilnahmen.

Der CFC erstattete bereits am Montag Anzeige (TAG24 berichtete). Der Verein stellte klar, dass es keinen Beschluss des Chemnitzer FC oder der Gesellschafter des Clubs dazu gegeben hätte. Das Wappen sei auf der Trauerfeier widerrechtlich genutzt worden.

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