Innenstadt stirbt aus! Kann ein "Citymanager" Chemnitz retten?

CWE-Chef Sören Uhle (41) will Händler, Gastronomie und Verwaltung an einen Tisch setzen.
CWE-Chef Sören Uhle (41) will Händler, Gastronomie und Verwaltung an einen Tisch setzen.  © Klaus Jedlicka

Chemnitz - Wie bitter hat die Stadt einen City-Manager nötig? Inmitten der Diskussionen um die Belebung der City, das Händlersterben und die Mega-Baustelle fordert die AfD-Fraktion die Stadt jetzt auf, eine Citymanagement-Stelle zu schaffen.

Dabei teilt die Fraktion kräftig gegen das Stadtmarketing der CWE aus. „Dies ist für das gesamte Stadtgebiet und größere Unternehmen zuständig“, erklärt Fraktions-Chef Roland Katzer (66).

„Was fehlt, ist richtiges Innenstadtmarketing. Zum Beispiel an der Front zwischen Galerie Roter Turm Richtung Straße der Nationen. Diese Straße ist so öde!“

CWE-Chef Sören Uhle (41) arbeitet allerdings bereits an einer einheitlichen Vermarktung der City: „Ein City-Manager löst nicht alle Probleme dieser Welt. Wir sind uns ja noch nicht mal einig, wie die City gestaltet werden soll.“ Dafür will die CWE alle Händler und die Gastronomie an einen Tisch holen.

Uhle: „Jede Stadt hat Leerstand in der City und jede Stadt hat eine andere Strategie.“ In Freiberg und Zwickau etwa gibt es bereits City-Manager. Diese sind das Sprachrohr zwischen Händlern und Stadtverwaltung, helfen beim Parkkonzept und der Optimierung der Öffnungszeiten.

Nach der Sommerpause soll der Stadtrat über die City-Manager-Stelle entscheiden.

Die Mega-Baustelle in der Innenstadt stresst Einzelhändler und Kunden.
Die Mega-Baustelle in der Innenstadt stresst Einzelhändler und Kunden.  © Klaus Jedlicka
AfD-Fraktions-Chef Roland Katzer (66) fordert die Stadtverwaltung auf, eine City-Manager-Stelle zu schaffen.
AfD-Fraktions-Chef Roland Katzer (66) fordert die Stadtverwaltung auf, eine City-Manager-Stelle zu schaffen.  © Uwe Meinhold

Kein Konzept

Kommentar von Doreen Grasselt

Die Stadt soll laut Forderung der AfD-Fraktion eine neue Stelle fürs Innenstadtmarketing schaffen. Weil die Mega-Baustelle Händler und Kunden stresst, zu riesigen Umsatzeinbußen führt, soll nun ein City-Manager alle Probleme lösen. Aber geht das überhaupt?

Freiberg und Zwickau machen’s vor. Was machen die eigentlich anders? Der City-Manager soll hier als Verbindung zwischen Stadtverwaltung und Händlern fungieren. Im Prinzip tut die CWE genau das. Wir haben gerade den Parksommer im Stadthallenpark, der den Baustellenlärm mit fröhlicher Musik übertönt. Zur Rad-DM hat die CWE ein riesiges Rahmenprogramm in der City gestaltet - vom Hochradparcours bis zum Rennradtesten. Wir haben die Filmnächte, wir haben „Am Kopp“. Wenn das die Leute nicht in die City zieht, kann das ein einzelner Verantwortlicher wohl auch kaum.

Marketing-Aufgaben werden in Chemnitz auf mehrere Köpfe verteilt. So ist keiner der Prügelknabe, der Gefahr läuft - wie etwa am Beispiel Zwickau -, plötzlich von Fraktionen abgesägt zu werden, bloß weil er nicht zaubern kann. Und bevor keiner weiß, wie die City künftig bebaut wird, kann auch kein vernünftiges Konzept entstehen.


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