Mit diesen Begriffen können nur Chemnitzer etwas anfangen

Chemnitz - Gännsde ne, nor? In den letzten Tagen zog es viele Nicht-Chemnitzer zu den Festivals "Kosmos" und "Kosmonaut". Gerade Festival- Frischlinge hörten viele einheimische Wörter zum ersten Mal. TAG24 entschlüsselt die Chemnitz-Codes.

Hintereinanderweg: Den Namen ihrer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (57, SPD) kürzen Chemnitzer auf ein dreisilbiges Wort.
Hintereinanderweg: Den Namen ihrer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (57, SPD) kürzen Chemnitzer auf ein dreisilbiges Wort.  © Klaus Jedlicka

"Wir wussten nicht, dass der Chemnitzer Marx-Kopf ,Nischel' heißt", sagen die Rheinland-Pfälzer Sara (16) und Julius (18). Sie sind wegen dem "Kosmonaut" am Stausee Rabenstein in der Stadt.

Hinter der 1971 eingeweihten Büste befindet sich die "Parteisäge", die ehemalige Chemnitzer Zentrale der Sozialistischen Einheitspartei (SED) der DDR. Der grau-glasige Bau geht in Richtung Theaterstraße in ein Zick-Zack-Muster über.

Was die beiden Jugendlichen hoffentlich auch gelernt haben: Chemnitzer Straßenbahnen und Busse treffen sich an der "Zenti", der Zentralhaltestelle. Diese grenzt im Bereich Galerie Roter Turm/Neumarkt an die "StraNa" (Straße der Nationen).

Chemnitz: Endlich sind die Erdbeeren reif: Hier gibt's die süßen Früchte direkt vom Feld
Chemnitz Endlich sind die Erdbeeren reif: Hier gibt's die süßen Früchte direkt vom Feld

Wer ist denn "Babalu"? Damit bezeichnen die Chemnitzer umgangssprachlich ihre seit 2006 amtierende Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (57, SPD). "Ich werde nach den Landtagswahlen am 1. September mitteilen, ob ich 2020 erneut für das Oberbürgermeisteramt kandidiere", so Ludwig über ihre politische Zukunft.

Jetzt wissen sie, dass er hier "Nischel" heißt: Die von weit her angereisten "Kosmonaut"-Besucher Sara (16) und Julius (18).
Jetzt wissen sie, dass er hier "Nischel" heißt: Die von weit her angereisten "Kosmonaut"-Besucher Sara (16) und Julius (18).  © Maik Börner

Über dem "eins"-Heizkraftwerk (Blankenburgstraße 2) türmt sich ein farbenfroher Schornstein. "Chemnitzer nennen ihn oft ,Lulatsch', wir eher ,bunte Esse' oder ,bunten Schornstein'", sagt Karin Meisel (57) vom "Verein der Gästeführer Chemnitz" (VGC). "Wir sind bei unseren Führungen aber angehalten, die hiesigen ,Spezialbegriffe' zu vermeiden. Auf Nachfrage übersetzen wir aber trotzdem", so die VGC-Frau.

Chemnitzer nennen ihre Stadt oft "Chams", es klingt der erzgebirgische Spracheinschlag durch. Gästeführerin Meisel: "Gerade bei Arbeitern war Ruß-Chams früher sehr geläufig. Das ist eine Anspielung auf die damalige Industriehochburg Chemnitz."

Die hiesige Satz-Schlussfloskel "nor?" kommt wahrscheinlich vom Chemnitzer Zusammenziehen (nuscheln) des sächsischen "ne wohr?" (nicht wahr).

"Leider sind mundartliche Stadtführungen in Chemnitz kaum nachgefragt. Wir bieten aber trotzdem eine Führung namens ,Gugge ma da, door Nischel'", so Karin Meisel. Gruppenpreis: 50 Euro, Buchung unter: www.chemnitz-stadtfuehrer.de

Weesde, nor? "Zentralhaltestelle" sagt in Chemnitz nämlich so gut wie niemand. An sie grenzt auch eine andere beliebte Abkürzung.
Weesde, nor? "Zentralhaltestelle" sagt in Chemnitz nämlich so gut wie niemand. An sie grenzt auch eine andere beliebte Abkürzung.  © Maik Börner
Wer thront bunt über den Dächern des Heizkraftwerkes und der Stadt? Der lange ...
Wer thront bunt über den Dächern des Heizkraftwerkes und der Stadt? Der lange ...  © Ralph Kunz

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