Nur vier Monate nach Umzug: Chemnitzer Kultcafé schließt

Chemnitz - Nicht einmal ein halbes Jahr nach ihrem Umzug ist Schluss: Die Coffee-Art-Bar am Chemnitzer Brühl schließt im Februar.

Café-Chef Volker Beyer (41).
Café-Chef Volker Beyer (41).  © Uwe Meinhold

Erst im Herbst war das Café vom Kulturkaufhaus Tietz (Moritzstraße) an den Brühl (Untere Aktienstraße 7) gezogen. Am Donnerstag verkündeten die Betreiber auf ihrer Facebookseite das Aus der Szenekneipe:

"WIR SCHLIESSEN ZUM 29.02.2020 unsere Türen! Traurig aber wahr, unser Gastspiel auf dem Brühl endet kurz nachdem wir es begonnen haben!"

Gründe nannten die Betreiber bislang nicht, weitere Infos zur Schließung sollen in den nächsten Tagen folgen, heißt es in dem Post.

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Erst im Oktober hatte das Kultcafé am Prachtboulevard seine Türen geöffnet. Chef Volker Beyer (42) hatte große Pläne: "Wir wollten uns vergrößern und natürlich den Spirit mitnehmen, den der neue Brühl einfach mit sich bringt. Wir haben jetzt 70 bis 90 Sitzplätze, einen großen Kinderbereich und wollen uns gerade abends auf Cocktails spezialisieren", erzählte er TAG24.

Dazu sollte es mehr Kulinarik im Angebot geben: nachmittags Kuchen und Torten, abends Burger (TAG24 berichtete).

Fans bedauern Schließung

Die Coffee-Art-Bar am Brühl schließt Ende Februar.
Die Coffee-Art-Bar am Brühl schließt Ende Februar.  © Uwe Meinhold

Es würde ein Käufer für die Bar gesucht, bestätigte Beyer noch am Donnerstagabend gegenüber der Freien Presse. Seine vier Mitarbeiter müsse er entlassen und bleibt selbst auf einem Schuldenberg sitzen. Zur Schließung hätten ihn Probleme mit der Stadtverwaltung gezwungen.

Die Fans des Cafés drückten in mehr als 80 Kommentaren auf Facebook ihr Bedauern aus: "Schade. Schade dass Ihr nicht mehr an der Zenti seid, dort war es einmalig 👍 Es tut mir leid um diese tolle Location, das ist ein echter Verlust für Chemnitz." "Ganz sehr traurig! Das tut mir leid. 😔" oder "😪😪😪 oh nein 😰das ist echt mega schade. So ne tolle Location und das schöne Spielzimmer gibt es sonst in Chemnitz nirgendwo 😥", ist da zu lesen.

Am Brühl haben sich den vergangenen Jahren zahlreiche kleine, individuelle Geschäfte angesiedelt, wie das Delikatessengeschäft "Fleischladen" oder der Gewürzshop "Direkt vom Feld" oder "Eierlikörz". Außerdem gibt es auch kleine Modegeschäfte.

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Doch das Viertel lädt nicht nur zum Flanieren ein, viele Häuser wurden saniert und der Brühl ist vor allem bei Studenten zu einem beliebten Wohnquartier geworden.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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