Unfälle in Straßenbahn und Bussen: Betroffene berichten

Chemnitz - Rentnerfalle CVAG? In dieser Woche verletzten sich in der Blankenburg- und Stollberger Straße wieder zwei Senioren (86, 92) in Bus und Bahn, weil sie beim Anfahren stürzten. Jetzt meldete sich mit Karin Schuhmaier (77) eine weitere Rentnerin, die nach einem Zwischenfall in der Straßenbahnlinie 5 sogar operiert werden musste.

Die Linie 5 war ihr Schicksal: Seit einem Unfall in der Straßenbahn müsse sie am Stock gehen, sagt Karin Schuhmaier (77).
Die Linie 5 war ihr Schicksal: Seit einem Unfall in der Straßenbahn müsse sie am Stock gehen, sagt Karin Schuhmaier (77).  © Maik Börner

Der Zwischenfall liegt 18 Monate zurück. Doch Karin Schuhmaier hat das Geschehen bisher weder körperlich noch psychisch verarbeitet: "Meine Bahn fuhr am Gablenzplatz so ruckartig an, dass ich in den Sitz flog und ohnmächtig wurde. Mein Sohn Uwe ließ einen Krankenwagen rufen, der mich ins Klinikum brachte, wo ich operiert wurde." Sohn Uwe Schuhmaier (56) bestätigt den Unfallhergang: "Der Fahrer fuhr so schnell an, dass sich meine Mutter nicht festhalten konnte."

Die alte Dame forderte damals 5000 Euro Schmerzensgeld von der CVAG. Doch die Versicherung der Gesellschaft lehnte ab.

Die Auswertung der Videobilder an Bord hätten weder einen Sturz noch ein ruckartiges Anfahren gezeigt. Das sieht CVAG-Sprecher Stefan Tschök (61) ebenso: "Die Bilder zeigen eindeutig, dass es damals keinen Sturz gab. Warum die Seniorin vier Stationen weiter einen Krankenwagen rufen ließ, ist unbekannt."

Chemnitz: Schon wieder Feuer in der Alten Spinnerei in Chemnitz
Chemnitz Feuerwehreinsatz Schon wieder Feuer in der Alten Spinnerei in Chemnitz

Stürze in Bussen und Bahnen seien aber generell nicht auszuschließen, meint Tschök. "Beim Anfahren kann es schon mal einen kleinen Ruck geben. Aber unsere Fahrer sind angewiesen, sehr dosiert anzufahren."

Angebliche Unfallfolge: Die geschiente Hüfte von Karin Schuhmaier verschiebt sich.
Angebliche Unfallfolge: Die geschiente Hüfte von Karin Schuhmaier verschiebt sich.  © Repro: Maik Börner

Titelfoto: Maik Börner

Mehr zum Thema Chemnitz: