Nahverkehrsangebot soll erweitert werden, doch es gibt Kritik

Chemnitz - Mehr Bus- und Tramverkehr, fordern SPD, Linke und Grüne. Doch woher soll das Personal kommen, warnen CDU und FDP. Trotzdem hat die rot-rot-grüne Mehrheit eine Erweiterung des ÖPNV-Angebots im Stadtrat durchgeboxt.

CDU/FDP-Fraktionsvorsitzender Tino Fritzsche kritisiert den zu schnellen ÖPNV-Ausbau.
CDU/FDP-Fraktionsvorsitzender Tino Fritzsche kritisiert den zu schnellen ÖPNV-Ausbau.  © Peter Zschage

Die Kassen sind voll, also gönnen wir uns was: Nach dieser Devise haben SPD, Linke und Grüne mehr Geld für den ÖPNV beschlossen.

"Zur Stärkung der Mobilität wollen wir mit der Einführung zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 das Angebot im ÖPNV erweitern", so SPD-Fraktionschef Detlef Müller (54).

Demnach stehen insgesamt 1,1 Millionen Euro mehr zur Verfügung. Das Geld muss die Stadt nach dem Willen von Rot-Rot-Grün aus der Liquiditätsreserve, also dem Sparstrumpf, nehmen.

Dabei steigt ohnehin der städtische Zuschuss für den ÖPNV. 2019 überweist das Rathaus 7,3 Millionen Euro, 2020 laut Kämmerer Sven Schulze (47, SPD) 11,9 Millionen Euro.

Die CDU/FDP-Fraktion kritisiert den Beschluss. Ein Grund: Die CVAG sucht händeringend Fahrer. Personalprobleme seien im Oktober für etwa ein Drittel der Ausfälle bei Bussen und Straßenbahnen verantwortlich, so die CVAG.

„Wenn mir der Lieferant sagt, er könne gerade nicht liefern, macht es wenig Sinn, die Bestellmenge einfach zu erhöhen", schimpft Fraktionsvorsitzender Tino Fritzsche (57).

SPD-Mann Detlef Müller (54) will ab 2020 mehr Busse und Bahnen fahren lassen.
SPD-Mann Detlef Müller (54) will ab 2020 mehr Busse und Bahnen fahren lassen.  © Maik Börner
SPD, Linke und Grüne wollen ab 2020 mehr Nahverkehr. Doch schon jetzt plagen die CVAG Personalsorgen.
SPD, Linke und Grüne wollen ab 2020 mehr Nahverkehr. Doch schon jetzt plagen die CVAG Personalsorgen.  © Kristin Schmidt

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