Daniel H. erstochen: Hat das TV-Interview vom Angeklagten Alaa S. Einfluss auf das Urteil?

Chemnitz - Kurz vor dem erwarteten Urteil im Prozess zur tödlichen Messerattacke in Chemnitz hat der Angeklagte Alaa S. in einem Interview seine Unschuld beteuert.

Staatsanwalt Stephan Butzkies.
Staatsanwalt Stephan Butzkies.  © Christian Essler

Das Fernseh-Interview hat laut Gericht keinen Einfluss auf die Urteilsfindung. Dafür seien laut Strafprozessordnung allein die im Laufe der Verhandlung durch die Kammer gewonnenen Erkenntnisse entscheidend, teilte das Landgericht Chemnitz auf dpa-Anfrage mit.

"Als Mittel für die Gewinnung der Überzeugung darf vom Gericht alles verwertet werden, was zum Gegenstand der Hauptverhandlung - vom Aufruf zur Sache bis zu den Schlussvorträgen und dem letzten Wort des Angeklagten - gemacht worden ist", erklärte eine Sprecherin.

Der angeklagte Syrer hatte in einem Telefoninterview des ZDF-Magazins "Frontal21" seine Unschuld beteuert. Er bestritt, für den Tod des 35-jährigen Daniel H. am 26. August 2018 mitverantwortlich zu sein. "Ich schwöre bei meiner Mutter, ich habe ihn nicht angefasst. Ich habe überhaupt nicht das Messer angefasst", sagte Alaa S. in dem Gespräch.

In dem Prozess wird an diesem Donnerstag das Urteil erwartet. Die Staatsanwaltschaft hat eine Gesamtfreiheitsstrafe von zehn Jahren wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung gefordert.

Der Angeklagte Alaa S. wird von einem Beamten in den Gerichtsaal geführt.
Der Angeklagte Alaa S. wird von einem Beamten in den Gerichtsaal geführt.  © Christian Essler

Titelfoto: Christian Essler

Mehr zum Thema Chemnitz Crime:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0