Prozess um Tod von Daniel H.: Dolmetscher soll Zeugen beeinflusst haben

Chemnitz - Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat im Zusammenhang mit dem Prozess zur Chemnitzer Messerattacke nun auch Anklage gegen einen Dolmetscher erhoben.

Der Tischler Daniel H. (35) wurde in Chemnitz im August 2018 erstochen.
Der Tischler Daniel H. (35) wurde in Chemnitz im August 2018 erstochen.  © DPA

Das bestätigte eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde am Dienstag auf Anfrage. Die Anklage laute auf versuchte Anstiftung zur Falschaussage. Zu Einzelheiten wollte sich die Sprecherin der Staatsanwaltschaft mit Verweis auf das laufende Strafverfahren gegen Alaa S. nicht äußern.

Der Syrer steht derzeit wegen gemeinschaftlichen Totschlags vor Gericht. Der 23-Jährige soll zusammen mit einem flüchtigen Iraker am 26. August 2018 in Chemnitz einen 35-jährigen Deutschen erstochen haben. Die Tat hatte fremdenfeindliche Übergriffe und Demonstrationen rechter Kräfte mit zahlreichen Straftaten in der Stadt ausgelöst. Der Prozess des Landgerichts Chemnitz wird an diesem Mittwoch in einem Sicherheitssaal des Oberlandesgerichts Dresden mit der Vernehmung weiterer Zeugen fortgesetzt.

Laut Focus online ist der jetzt angeklagte Dolmetscher ein 47 Jahre alter Iraker. Dem Bericht zufolge soll er einen wichtigen Zeugen im Prozess gegen Alaa S. zur Rücknahme seiner Aussagen bei der Polizei aufgefordert haben.

Alaa S. (23) muss sich wegen des Vorwurfs des gemeinschaftlichen Totschlags verantworten.
Alaa S. (23) muss sich wegen des Vorwurfs des gemeinschaftlichen Totschlags verantworten.  © Ove Landgraf

Titelfoto: DPA

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