Das ist doch Irrsinn! Versicherungszoff um Schuhe für 1800 Euro





Tilo Kochmann (55, l.) will weiter arbeiten, sein Chef Frank Finsterbusch 
(64) den Tischler 
behalten.


Foto: Sven Gleisberg
Tilo Kochmann (55, l.) will weiter arbeiten, sein Chef Frank Finsterbusch (64) den Tischler behalten. Foto: Sven Gleisberg

Chemnitz - Handwerker Tilo Kochmann (55) hadert derzeit mit der "Deutschen Rentenversicherung" (DRV). Er will arbeiten, sein Chef will ihn behalten. Aber weil die DRV keine Spezialschuhe zahlen will, sitzt der Tischler hilflos zu Hause.

Es passierte in der Freizeit - Tilo Kochmann, der beim Chemnitzer Sauna-Bauer Frank Finsterbusch (64) angestellt ist, verletzte sich schwer an der Ferse: "Damit ich wieder als Tischler arbeiten kann, benötige ich Spezialschuhe." 1790,12 Euro sollen die einmalig kosten, zahlen müsste die "Deutsche Rentenversicherung". Doch die weigert sich und plant lieber, den Handwerker zwei Jahre in eine teure Umschulung zu stecken.

Kochmann, der monatlich rund 800 Euro Krankengeld von der AOK bekommt, versteht die Welt nicht mehr: "Ich könnte sofort wieder loslegen. Ich würde niemandem finanziell zur Last fallen, Geld verdienen, statt Geld vom Staat zu bekommen." Auch sein Chef Frank Finsterbusch schüttelt den Kopf: "Das ist doch irrsinnig. Ich brauche meinen Mitarbeiter."

Die Rentenversicherung wollte sich auf Anfrage nicht äußern, verwies auf den Datenschutz. Kochmann hat Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt.


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