Das sagt die Polizei zum Demo-Samstag in Chemnitz

Chemnitz - Kindertag und zwei Demos: So sah der vergangene Samstag in Chemnitz aus (TAG24 berichtete). Nun hat die Polizei ein Fazit zu dem einsatzreichen Tag gezogen.

Am Busbahnhof trafen beide Lager aufeinander.
Am Busbahnhof trafen beide Lager aufeinander.  © Kristin Schmidt

"Es blieb friedlich", teilte die Polizei nach den Demonstrationen mit. Rund 2200 Einsatzkräfte der Chemnitzer Polizei, anderer sächsischer Polizeidienststellen, Bundespolizei und Beamte aus Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen sowie Thüringen waren in Chemnitz im Einsatz. Zudem sicherten rund 360 Bundespolizisten die An- und Abreise per Bahn ab.

Dem massiven Polizeiaufgebot standen beim Familienfest in der Innenstadt etwa 2250 Teilnehmer und bei den Demonstrationen etwa 1570 Teilnehmer gegenüber.

"Mit aktuellem Stand hat die Polizei fünf Strafanzeigen aufgenommen, darunter zwei Anzeigen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen", heißt es im Fazit der Polizei. Teilnehmer der rechten Demo "Tag der deutschen Zukunft" hatten verfassungswidrige Symbole auf ihrer Kleidung, beziehungsweise als Tätowierungen zur Schau gestellt. Im Küchwald waren schon vor Versammlungsbeginn zivile Einsatzkräfte von einer Personengruppe bedrängt worden. Es gab keine Verletzten

Auf der Schloßteichinsel wurden wenig später etwa 20 Personen kontrolliert. Dabei wurden zwei Tatverdächtige (21, 22) aus dem Küchwald identifiziert, gegen die nun wegen Verdachts der Nötigung und Bedrohung ermittelt wird. Am Nachmittag waren zwei Gruppen der unterschiedlichen Lager im Park der Opfer des Faschismus aufeinander getroffen. "Dabei soll es zu Flaschen- und Steinwürfen gekommen sein. Verletzt wurde nach derzeitigem Stand niemand. Daraus resultierend wurden sieben Personen einer Kontrolle unterzogen. Die Klärung des Sachverhaltes dauert derzeit noch an", so die Polizei. Zudem wurden 14 Verstöße gegen das Sächsische Versammlungsgesetz festgestellt.

Die Polizei war auch nach dem Ende der Veranstaltungen noch bis in die Abendstunden in der Chemnitzer Innenstadt präsent.

Rückblick: So lief der Demo-Tag

Die Polizei hatte etwa 2200 Beamte bei den Veranstaltungen im Einsatz.
Die Polizei hatte etwa 2200 Beamte bei den Veranstaltungen im Einsatz.  © Kristin Schmidt

Kurz vor 11 Uhr sammelten sich die ersten Demonstranten zum "Tag der deutschen Zukunft (TddZ) 2019", der von den "Jungen Nationalisten" der NPD organisiert wurde, auf dem Parkplatz der Johanniskirche. Unweit davon fand fast zeitgleich im Park der Opfer des Faschismus die "satirische Kunstaktion/ Wasserschlacht" statt.

Der Aufzug des TddZ startete gegen 12.10 Uhr mit seinem Rundgang, der unter anderem am Hauptbahnhof, Busbahnhof sowie über den Sonnenberg führte. "Kurz nach Beginn des Aufzuges musste dieser kurz gestoppt werden, um die Beschränkungen bezüglich des Unterlassens des Trommelns während des Marsches durchzusetzen", so eine Polizeisprecherin.

Ab 11 Uhr versammelten sich auch die Teilnehmer der Gegendemo "Für eine Zukunft ohne Nazis - TddZ verhindern" am Busbahnhof. "Bereits gegen 10.00 Uhr fanden sich am Haltepunkt Küchwald etwa 200 angereiste Demonstrationsteilnehmer ein, die sich anschließend zu der Versammlung am Busbahnhof begaben. Diese wurden durch Einsatzkräfte begleitet", teilte die Polizei mit.

Da die Gegendemo schnell anwuchs und sich die Teilnehmer teilweise auf der Aufzugstrecke des TddZ befanden, errichtete die Polizei zeitweise eine Fahrzeugsperre, um die beiden Lager zu trennen. An zwei weiteren Punkten (Straße der Nationen/August-Bebel-Straße und Bahnhofstraße/Waisenstraße) trafen die Demonstrationen aufeinander. Die Proteste in Hör- und Sichtweite verliefen störungsfrei.

Die Gegendemo wurde gegen 16 Uhr beendet.

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