Bewegender Moment: Chemnitzerin trifft ihren Stammzellen-Empfänger

Chemnitz/Dresden - Die Chemnitzerin Dorit Triebel (32) holte Martin Cunow (41) mit einer Stammzellspende zurück ins Leben. Gestern trafen sich beide beim großen Spenderempfang des Vereins für Knochenmark- und Stammzellspenden (VKS) im Dresdner Hygienemuseum.

Happy End: Dorit Triebel aus Chemnitz mit Martin Cunow vor dem Hygienemuseum. Durch ihre Spende wurde der Rheinländer krebsfrei.
Happy End: Dorit Triebel aus Chemnitz mit Martin Cunow vor dem Hygienemuseum. Durch ihre Spende wurde der Rheinländer krebsfrei.  © Thomas Türpe

Bei ihrem ersten Treffen lagen sich die beiden gestern in den Armen. In Deutschland gibt es eine Sperrfrist: Erst nach zwei Jahren dürfen sich Spender und Empfänger treffen - falls sie es möchten.

"Ja. Ich hätte gerne Kontakt zu meinen Helden!", teilte Martin Cunow dem VKS mit. Der Krebs strafte den Rheinländer aus Wörth seit seinem 20. Lebensjahr insgesamt viermal, unter anderem in den Muskeln sowie Blutgefäßen im Leistenbereich.

"2011, beim vorletzten Mal, waren es Symptome wie beim Schlaganfall: Meine Sprache war weg, ich sah Doppelbilder und brauche seitdem einen Rollator", so Cunow.

Eine Spende von Dorit Triebel im Frühjahr 2016 machte ihn krebsfrei. "Ich bin regelmäßige Blutspenderin. Bei einer Entnahme vor vier Jahren habe ich mich - eigentlich ganz nebenbei - für die Stammzellspende beim VKS registrieren lassen. Ein knappes Jahr später kam die Meldung, dass jemand Passendes gefunden wurde", sagt die Sprachlehrerin.

Im März 2016 wurde Dorit Triebel zur Entnahme nach Dresden gebracht, fünf Stunden dauerte die Prozedur. "Ich hatte vorher etwas Angst, aber die Entnahme war okay, sie erinnerte mich an eine längere Blutplasmaspende", so die Profi-Spenderin.

Sie rät Menschen, die sich noch nicht registriert haben: "Stammzellspenden ist sehr einfach, die Betreuung ist super - und es drängt einen auch niemand."

Nicht nur durch gemeinsame Stammzellen vereint: Gestern trafen sich Dorit Triebel und Martin Cunow das erste Mal.
Nicht nur durch gemeinsame Stammzellen vereint: Gestern trafen sich Dorit Triebel und Martin Cunow das erste Mal.  © Thomas Türpe
Der VKS Sachsen richtet alle zwei Jahre einen Stammzellspender-Empfang aus. Diesmal fand er im Dresdner Hygienemuseum statt.
Der VKS Sachsen richtet alle zwei Jahre einen Stammzellspender-Empfang aus. Diesmal fand er im Dresdner Hygienemuseum statt.  © Thomas Türpe

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