600 Kilometer in zehn Tagen: Sachse will Elbe durchschwimmen

Training in der Elbe: Für vier Kilometer braucht Joseph Heß etwas mehr als eine Stunde.
Training in der Elbe: Für vier Kilometer braucht Joseph Heß etwas mehr als eine Stunde.  © DPA

Bad Schandau/Chemnitz - Zum Aufwärmen den Bodensee durchschwimmen und dann geht's in die Elbe: Der Chemnitzer Joseph Heß (30) will rund 600 Kilometer in zehn Tagen schaffen - und das alleine!

Joseph Heß hatte im vergangenen Jahr die rund 20 Kilometer der Straße von Gibraltar in vier Stunden und 19 Minuten geschafft habe und nun wolle er es "richtig krachen lassen", sagt er lachend.

Weil der studierte Wirtschaftsingenieur zwischen Doktorarbeit und zwei Firmengründungen permanent das Handy am Ohr hatte, suchte er einen Ausgleich.

Das passende Funkloch fand Heß unter Wasser. "Schwimmen ist ein sehr einsamer Sport, das lässt sich nicht leugnen", sagt er. Stundenlang mit dem Kopf unter Wasser zu sein, bedeute endlose Stille. Bei Strecken jenseits von 60 Minuten höre er auf zu denken.

"Dieses Durchbeißen, das fasziniert mich. Einmal der Typ sein, der durch den Bodensee oder allein die Elbe entlang geschwommen ist."

Vor dem Abenteuer in der Elbe will Joseph Heß den Bodensee durchschwimmen.
Vor dem Abenteuer in der Elbe will Joseph Heß den Bodensee durchschwimmen.  © DPA

Nur mit Badeshorts, Kappe und Schwimmbrille wird er nach der "Generalprobe" im Bodensee (Mitte Juli) am 4. August bei Bad Schandau in die Elbe springen.

Um in zehn Tagen sieben Bundesländer zu durchqueren und schließlich am 13. August an der Elbmündung anzukommen, muss Heß täglich zwischen 60 und 80 Kilometern schwimmen. "Für vier Kilometer brauche ich etwas über eine Stunde", rechnet er vor.

Damit er dieses Abenteuer überhaupt antreten darf, musste er etliche Genehmigungen einholen und stand mit rund 15 Institutionen in Kontakt - unter anderem mit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft.

"Meistens haben die Leute bei meiner Frage erstmal die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen", berichtet er. Dann hätten sie gedacht, er habe mit der Schwimmstaffel zu tun und seien völlig perplex gewesen, dass er den deutschen Teil der Elbe ganz allein bestreiten will - bei regem Schiffsverkehr mitten in der Hauptfahrrinne.

Hin und wieder sei er an der Organisation auch verzweifelt. So habe sein Vater, der ihn auf einem Beiboot begleiten wird, noch extra einen Funkschein machen müssen. Auch die Frage, ob er Brücken durchschwimmen dürfe oder nicht, sei noch offen.

Neben seinem Vater unterstützen ihn eine Freundin auf einem Standup-Paddel sowie sein Geschäftspartner, ein erfahrener Kanut, auf den 600 Kilometern bis nach Hamburg.

Dabei geht dem Energiebündel bereits die nächste Geschäftsidee durch den Kopf, die er in der Elbe testen möchte: Eine neu entwickelte Vaseline, die verhindern soll, dass sich Freiwasserschwimmer beim stundenlangen Kraulen durch Salzwasser wund reiben.

Titelfoto: DPA


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