Sächsische Forscher entwickeln Computer aus Schweine-Hirn

Bei ihrer Arbeit nutzen die beiden Tüftler auch ein 
Raster-Elektronen-Mikroskop.
Bei ihrer Arbeit nutzen die beiden Tüftler auch ein Raster-Elektronen-Mikroskop.  © Peter Zschage

Chemnitz - Forscher aus Chemnitz und Dresden haben richtig Schwein: Sie tüfteln an einem Bio-Computer. Der arbeitet mit Proteinen - aus Schweinehirn. Das Forschungsprojekt läuft bis 2020.

Computer werden immer schneller, stoßen an ihre Grenzen. Die Rechenleistung steigt, der Stromverbrauch auch. Dieses Problem soll der Bio-Computer lösen. Wie das geht, erklärt Till Korten (39), Vizeprojektleiter von der TU Dresden: "Nach unserer Idee funktioniert ein Bio-Computer wie der menschliche Körper. Proteine in unseren Zellen erledigen Aufgaben. Das sollen die Bio-Moleküle auch im Rechner tun. Sie laufen quasi durch ein Labyrinth und lösen Rechenaufgaben."

Ein Netzwerk mit Milliarden Molekülen wird schneller als ein Elektronenrechner - Rechnen im Schweinsgalopp. Für die Proteine nutzen die Forscher Schweinehirn aus Schlachtabfällen.

Die EU fördert das Forschungsprojekt mit 6,1 Millionen Euro. Beteiligt sind neben Fraunhofer ENAS in Chemnitz und der TU Dresden weitere Unis und Institute in Bayern, Schweden, Israel und England.

Übrigens: Die neue Technik wäre dank der Schweineproteine nicht vegan. Auch für dieses Problem kennt Till Korten die Lösung: "Wir könnten später Proteine aus Reis verwenden. Die sind sogar schneller als Schweine.

Christoph Meinecke (38) von der TU Chemnitz und Georg Heldt (35, vorn) vom 
Fraunhofer-Institut forschen für den Bio-Computer.
Christoph Meinecke (38) von der TU Chemnitz und Georg Heldt (35, vorn) vom Fraunhofer-Institut forschen für den Bio-Computer.  © Peter Zschage

Titelfoto: Peter Zschage


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