In diesem Post lässt die Polizei Chemnitz ihre ganze Wut raus

Das Chemnitzer Finanzamt: Abgesperrt wegen Bombendrohung.
Das Chemnitzer Finanzamt: Abgesperrt wegen Bombendrohung.  © Sven Gleisberg

Chemnitz - Irgendwann ist das Maß voll! Und dann platzt selbst gestandenen Polizisten der Kragen. Wie jetzt geschehen in Chemnitz. Dort entlädt sich die Wut gerade in einem Facebook-Post auf der Seite der "Polizei Sachsen".

Was war passiert?

Nachdem es am Montagmittag eine wiederholte Bombendrohung gegen das Chemnitzer Finanzamt gegeben hatte, sperrte die Polizei das Gelände wieder weiträumig ab.

Doch das interessierte viele Passanten nicht. Sie krochen unter dem Band durch, latschten einfach weiter, ignorierten die Rufe der Polizisten. Ein Mann legte sich sogar handgreiflich mit einem Beamten an - und schlug zu!!

Am Dienstag veröffentlichte die Chemnitzer Polizei einen Post auf ihrer Facebookseite, den wir hier ungekürzt wiedergeben. Vielleicht schalten alle Meckerer das nächste Mal ihren Kopf an und haben mehr Verständnis für die Arbeit der Beamten.

Der Originaltext der Polizei:

"Was sich am gestrigen Montag während des Einsatzes im Chemnitzer Stadtzentrum abgespielt hat, treibt uns die Zornesröte ins Gesicht. Die Drohung gegen das dortige Finanzamt machte eine Polizeiabsperrung entlang der Straße der Nationen und des Johannisplatzes notwendig. Denn keiner der mehr als 40 Polizisten vor Ort vermochte einzuschätzen, wie konkret die Gefahr für Leib und Leben war.

Doch einige Passanten interessierte dies überhaupt nicht. Sie liefen unter den Absperrbändern hindurch, quetschten sich an Polizeiautos vorbei, ignorierten mehrmals die Anweisungen der Polizisten und pöbelten dann auch noch rum. Mit freundlichen und bestimmten Worten war schlichtweg kein Weiterkommen. Die Polizisten mussten laut werden und sogar unmittelbaren Zwang androhen.

Und auch das gab es: Mehrmals versuchte ein Passant das Absperrband zu zerreißen, um bessere Fotos vom Einsatz machen zu können. Weil sich ihm ein Beamter in den Weg stellte, schlug der Hobby-Fotograf dem Polizisten mit der Faust auf die Brust. Selbstverständlich lassen wir uns das nicht gefallen.

Die Rede ist bei all den Vorfällen nicht von Kindern oder Jugendlichen, sondern von Erwachsenen, die es eigentlich besser wissen müssten – ganz tolle Vorbilder seid Ihr!

Deshalb nochmals unsere eindringliche Bitte: Lasst uns bei solchen Einsätzen einfach unsere Arbeit machen! Lasst die sinnfreien Diskussionen und behindert nicht unsere Maßnahmen! Polizeiabsperrungen sind kein Hindernisparcours!

Nicht unbeantwortet wollen wir die Fragen derer lassen, die gestern dreist-frech in den Gefahrenbereich spazierten.

▪ „Müssen Sie hier alles dicht machen?“

Ja, müssen wir.

▪ „Warum schikanieren Sie uns Bürger mit diesem Mist?“

Weil uns auch Ihre Sicherheit am Herzen liegt.

▪ „Wieso stehen Sie dann hinter der Polizeiabsperrung?“

Weil wir aufpassen müssen, dass ignorante Leute wie Sie nicht in den Gefahrenbereich laufen.

▪ „Den übertriebenen Einsatz zahle ich von meinen Steuern, stimmt’s?“

Ja, wir zahlen alle dafür. Um die Wirtschaft anzukurbeln inszenieren wir diese Einsätze.

▪ „Wer sind Sie eigentlich?“

Der Bestimmer.

▪ „Müssen jedes Mal so viele Polizisten hier rumrennen?“

Nö, die hätten auch noch andere Aufgaben. Aber die sind genauso neugierig wie Sie und sind deshalb alle hergekommen. Unter uns: Die wollten auch nur mal gucken.“

Viele Grüße, Ihre #Polizei #Sachsen


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