Eltern klagen: Stadt lässt Schulkinder bei Vorsorge sitzen

Chemnitz - Für die Kleinsten der Stadt kommt es knüppeldick - nach dem großen Ärger um fehlende Grundschulplätze werden sie auch noch in Sachen Gesundheit im Stich gelassen.

Silke Brewig-Lange (43).
Silke Brewig-Lange (43).  © Peter Zschage

Seit Jahren gehen die Zahlen der zahnärztlichen Gesundheitsvorsorge rapide abwärts.

Die Chemnitzer Linken-Chefin Susanne Schaper (39) ist selbst Mutter von drei Kindern. In einer Ratsanfrage forderte sie jetzt konkrete Zahlen - wie oft werden bei Schulkindern noch die Zähne kontrolliert?

In den Kindergärten funktioniert die Vorsorge größtenteils - hier durften mit 1648 Kindern exakt 83,90 Prozent der kleinen Besucher 2017 einem Zahnarzt ihre Beißerchen zeigen.

Im Grundschulalter angekommen, sieht das schon anders aus: Obwohl 1935 Schüler der 2. Klasse kontrolliert werden müssten, geschah dies lediglich bei 130 - das sind erbärmliche 6,7 Prozent.

Linken-Stadträtin Susanne Schaper (39).
Linken-Stadträtin Susanne Schaper (39).  © Klaus Jedlicka

Schaper ist sauer: „Neben Haus- und Facharztmangel und der damit einhergehenden drohenden medizinischen Unterversorgung kann eine weitere Baustelle im Gesundheitswesen nicht geschlossen werden."

Silke Brewig-Lange (43) ist die Vorsitzende des Stadtelternrates. Sie schimpft: "Es ist nicht hinnehmbar, ein riesiges Dilemma. Wir können keine Veränderung erkennen, dass neues Personal für die Kontrolle zur Verfügung steht."

Ebenso erschreckend: Der kinder- und jugendärztliche Dienst der Stadt schaffte es seit 2015 ein einziges Mal, an einer präventiven Veranstaltung teilzunehmen - am Schülergesundheitstag 2017.

Wie und ob das Problem gelöst werden soll, steht in den Sternen. Aus dem Rathaus gab es dazu keine Aussage.

Zu DDR-Zeiten war es Standard, in Chemnitz wird der alljährliche Arztbesuch zur Vorsorge-Untersuchung in der Schule immer mehr vernachlässigt.
Zu DDR-Zeiten war es Standard, in Chemnitz wird der alljährliche Arztbesuch zur Vorsorge-Untersuchung in der Schule immer mehr vernachlässigt.  © DPA

Jugend Forscht(e) in Chemnitz

Julia Förster (17) aus Zwönitz beschäftigte sich mit kranken Bienen und ihrer Heilung.
Julia Förster (17) aus Zwönitz beschäftigte sich mit kranken Bienen und ihrer Heilung.  © Maik Börner

In den Räumen der Industrie- und Handelskammer IHK tummelten sich am Samstag mehr als 50 kleine Forscher von morgen: Beim Regional-Ausscheid von "Jugend forscht" qualifizierten sich die besten Chemnitzer Schüler für das Sachsen-Finale in Leipzig.

Besonders erfolgreich war die Grundschule Harthau. Sie überzeugte die Jury mit praxisnahen Forschungsobjekten. Ein Aufbau zeigte die Kommunikation zwischen Fernseher und Fernbedienung, eine andere Gruppe gewann mit einem Modell "Warum verfängt sich die Spinne nicht in ihrem Spinnennetz?".

Auch die älteren Teilnehmer zeigten sich clever - so stellte Robbin Frigge (18) vom Kepler-Gymnasium eine selbst spielende, elektromagnetische Gitarre vor. Julia Förster (17) aus Zwönitz wiederum forschte in der Natur: Sie entwickelte ein Wärme-System zur Behandlung von Bienenvölkern, die von Milben befallen wurden.

Das Sachsen-Finale findet vom 22. bis zum 24. März im BMW-Werk in Leipzig statt.


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