Kinderpornos gehortet: Klares Urteil verhängt

Chemnitz - Ein Pädophiler führte am Dienstag das Chemnitzer Landgericht an der Nase herum. Genutzt hat es ihm nichts.

Der Platz neben Rechtsanwalt Torsten Rimpler blieb am Dienstag leer - Jens B. "versteckte sich" im Krankenhaus.
Der Platz neben Rechtsanwalt Torsten Rimpler blieb am Dienstag leer - Jens B. "versteckte sich" im Krankenhaus.  © Harry Härtel/Haertelpress

Jens B. (56) hatte vom Amtsgericht insgesamt zwei Jahre und neun Monate Knast kassiert. Der ehemalige Bauunternehmer und dreifache Familienvater hatte jahrelang fast 120 Kinderpornos auf seinem Rechner gehortet.

Obwohl er bereits einschlägig vorbestraft war, sammelte der Mann immer wieder perverse Fotos und Videos. Teilweise verschickte er die Dateien auch an andere Pädophile.

Gegen das Urteil ging Jens B. in Berufung – den Knastaufenthalt wollte er unbedingt vermeiden. Doch Richter, Staatsanwalt und Schöffen warteten umsonst. Jens B. tauchte nicht auf. Sein Verteidiger Torsten Rimpler erklärte: "Mein Mandant ist erkrankt und befindet sich zu einer längeren Behandlung im Krankenhaus." Dumm nur: Die Therapie beginnt erst heute – und der behandelnde Arzt im Klinikum an der Flemmingstraße erklärte Jens B. schriftlich für verhandlungsfähig.

Die Konsequenz: Berufung verworfen, Jens B. muss die Haftstrafe antreten.

Die nächste Anklage liegt auch schon im Gericht – der Pädophile soll Kinder und Jugendliche in vier Fällen missbraucht haben. Wann dieser Prozess verhandelt werden, ist noch unklar.

Titelfoto: Harry Härtel/Haertelpress


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