Solarenergie spielt eine immer größere Rolle: Chemnitz zapft die Sonne an

Chemnitz - Wenn sie scheint, steht sie allen zur Verfügung: Auch die Chemnitzer zapfen eifrig die Sonne an. In einem Solar-Bereich führt die Stadt nämlich deutschlandweit, könnte insgesamt sogar besser dastehen.

Da freut sich "eins"-Geschäftsführer Roland Warner (55): Sein Unternehmen kann rund 7000 Chemnitzer Haushalte mit Solarstrom versorgen.
Da freut sich "eins"-Geschäftsführer Roland Warner (55): Sein Unternehmen kann rund 7000 Chemnitzer Haushalte mit Solarstrom versorgen.  © Uwe Meinhold

Es gibt zwei unterschiedliche Varianten der Sonnenplatten auf dem Dach. Zum einen Photovoltaik oder Solarstrom - der Chemnitzer Energieanbieter "eins" ist hier ganz vorn mit dabei. "Wir betreiben derzeit zehn solcher Anlagen. Deren Gesamtspitzenleistung beträgt 17,5 Megawatt", teilte Geschäftsführer Roland Warner (55) mit.

Der erzeugte Solarstrom reiche aus, um knapp 7000 Haushalte zu versorgen. Sein Unternehmen bietet auch Haus-Umrüstungen wie "daheim Solar". Warner: "In den letzten drei Jahren haben wir 22 Solaranlagen für Kunden in und um Chemnitz realisiert."

Dann wäre noch der Bereich Solarthermie. "Hauptenergie in Haus und Wohnung ist mit über 80 Prozent Wärme - und diese ist gut speicherbar", sagt René Krauß (44), Mitarbeiter des Chemnitzer Bauunternehmens "FASA".

Die Chemnitzer Solarbau-Pioniere setzen auf Schweizer Wasserspeicher im Hausinneren und auf Solarkollektoren aus den nahen Limbach-Oberfrohna.

Im Bereich Solarthermie belegt Chemnitz seit Jahren den ersten Großstadt-Platz

Volle Solar-Power können die FASA-Aktivsonnenhäuser im Rittergut Rabenstein abgreifen. Nur an der Zufahrt hapert es noch.
Volle Solar-Power können die FASA-Aktivsonnenhäuser im Rittergut Rabenstein abgreifen. Nur an der Zufahrt hapert es noch.  © Kristin Schmidt

Über 30 sogenannte Aktivsonnenhäuser errichtete FASA bereits in Chemnitz. Gerold Münster (46) wohnt in einem auf dem Gelände des alten Rabensteiner Ritterguts. Er findet: "Ich bin von der Technik absolut begeistert. Wir müssen zwar im Winter zuheizen, haben aber seit Februar wieder einen Wärmeüberschuss. Nur die Zufahrt zu den Häusern" - derzeit eine Schlammpiste - "könnte mal gemacht werden."

Im Bereich der Solarthermie belegt Chemnitz seit Jahren den ersten Großstadt-Platz der "Solarbundesliga". Ursache des sonnigen Erfolgs sind unter anderem die FASA-Projekte, aber auch Fernwärme-Anlagen der "eins" (zum Beispiel in der Georgstraße). Solarstrom: nur Liga-Platz 22.

"Chemnitz ist nach unten gerutscht, weil in den vergangenen zwei Jahren vonseiten der Stadtverwaltung keine Datenmeldung mehr erfolgte", so Andreas Witt (54) von der Zeitschrift "Solarthemen", dem Ausrichter der Solarbundesliga.

Das Rathaus nennt Gründe: "Die Datenmeldung durch das Umweltamt ist durch Personalwechsel und fehlende Daten nicht erfolgt. Gegenwärtig werden diese aktualisiert."

Ein Teil des Wärme-Sieges: Durch Solarthermie-Anlagen wie in der Georgstraße ist Chemnitz Großstadt-Spitzenreiter.
Ein Teil des Wärme-Sieges: Durch Solarthermie-Anlagen wie in der Georgstraße ist Chemnitz Großstadt-Spitzenreiter.  © Peter Zschage
Wärme stellt den Hauptenergie-Anteil in Häusern, so FASA-Mitarbeiter René Krauß (44). Auch auf dem Gelände der alten Schloßbrauerei (F.) errichtet seine Firma Sonnen-Häuser und -wohnungen.
Wärme stellt den Hauptenergie-Anteil in Häusern, so FASA-Mitarbeiter René Krauß (44). Auch auf dem Gelände der alten Schloßbrauerei (F.) errichtet seine Firma Sonnen-Häuser und -wohnungen.  © Kristin Schmidt

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