Stadtrat lehnt Klimanotstand ab: "Chemnitz verpasst eine große Chance"

Chemnitz - Mit einer Petition wollte die Umweltbewegung Fridays For Future (FFF) in dieser Woche den Klimanotstand für Chemnitz ausrufen, doch der Stadtrat lehnte das Ansinnen ab. Nun melden sich die "Parents for Future" zu dem Thema zu Wort.

Der Stadtrat lehnte am Mittwoch die Petition zum Klimanotstand ab.
Der Stadtrat lehnte am Mittwoch die Petition zum Klimanotstand ab.  © Maik Börner

Mit der Petition wollte die Umweltbewegung, dass Chemnitz den Klimawandel und seine schwerwiegenden Folgen anerkennt. Der Stadtrat sollte von nun an bei seinen Entscheidungen die Auswirkungen auf Klima und die Umwelt berücksichtigen. Unternehmen, die nachhaltig produzieren, sollten bevorzugt und Organisationen, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen, unterstützt werden.

Damit hätte sich Chemnitz Städten wie London, Los Angeles, Vancouver, Basel, Manchester und Konstanz angeschlossen, die ebenfalls Maßnahmen gegen die globale Klimakrise umsetzen wollen.

Um der "Ausrufung des Klima-Notstands" noch mehr Nachdruck zu verleihen, demonstrierten "Fridays for Future" und "Parents for Future" am Mittwoch vor der Stadtratssitzung im Rathaus.

Trotzdem stimmten 29 Stadträte gegen die Petition, 24 befürworteten sie.

Chemnitz wird klimapolitisch falsch regiert

Während der Sitzung demonstrierte Fridays for Future im Chemnitzer Rathaus.
Während der Sitzung demonstrierte Fridays for Future im Chemnitzer Rathaus.  © Maik Börner

"Damit verpasst Chemnitz eine große Chance für besseren Klimaschutz. Hätte Chemnitz den Klimanotstand anerkannt, so wäre damit auch eine starke Botschaft ins Umland gesendet worden", sagt Andreas Brand von den Chemnitzer "Parents for Future" am Freitag.

Ihre Entscheidung gegen den Klimanotstand begründeten die Politiker damit, dass Chemnitz schon viel für den Klimaschutz unternehme. Doch die bisher ergriffenen Maßnahmen seien ungenügend, denn die CO2-Emissionen können damit nicht ausreichend reduziert werden.

"Die selbstgefällige Chemnitzer Klimapolitik basiert auf veralteten Zahlen, die Entscheider der Stadt scheinen ihre eigenen Klimaberichte nicht gelesen zu haben", stellt Uwe Grüner von "Parents for Future" fest.

Das CO2-Reduktionsziel der Stadt für das Jahr 2030 liegt bei 5,85 Tonnen CO2 pro Einwohner und Jahr. Nach neuen Erkenntnissen müsse das Ziel laut Experten auf 4,40 Tonnen angepasst werden. "Angesichts der dramatischen Entwicklung bräuchte Chemnitz ein Notfall-Sofortprogramm. Die Stadt wird klimapolitisch momentan falsch regiert", so Grüner.

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