Jahre nach dem Umzug: Wegweiser zum Figurentheater führen in die Irre

Chemnitz - Das Figurentheater lässt die Puppen längst im Schauspielhaus tanzen, doch die Wegweiser zum einstigen Standort im Luxorpalast sind noch da. Warum räumt die Schilder eigentlich keiner weg?

Kulturbürgermeister Ralph Burghart (48, CDU) macht sich Gedanken über einen neuen Wegweiser-Standort. Die Sanierung würde 15 000 Euro kosten.
Kulturbürgermeister Ralph Burghart (48, CDU) macht sich Gedanken über einen neuen Wegweiser-Standort. Die Sanierung würde 15 000 Euro kosten.  © Uwe Meinhold

"Im Bereich des Luxor stehen immer noch kunstvolle Hinweisschilder für das Puppentheater", so Stadtrat Joachim Ziems (45, parteilos). Er fragt sich: "Ist das sinnvoll, obwohl das Figurentheater schon seit Langem nicht mehr an diesem Standort spielt?"

Die Antwort: "Die Wegweiserobjekte werden im zweiten Quartal abgebaut und eingelagert", erklärt Kulturbürgermeister Ralph Burghart (48, CDU) auf Anfrage. Mit dem Künstler Michael Stapf (59) seien neue Standorte untersucht worden. "Vor der Umsetzung müssen die Objekte umfangreich restauriert werden." Kosten: rund 15.000 Euro. Das Geld stehe allerdings bislang nicht zur Verfügung.

Die Skulpturen waren 1996 für damals 40.000 Mark aufgestellt worden. Droht dem Puppentheater-Schild damit ein Vergessen auf Raten? Chemnitz geht mit eingelagerten Kunstgütern nicht zimperlich um. Die zerstörte "Gedächtnisscheibe" für die Opfer des 5. März 1945 von Silke Rehberg (55) wurde 2011 eingelagert (TAG24 berichtete).

Der Bärenbrunnen bleibt in der Versenkung, weil es eine Stadtratsmehrheit 2017 so wollte. "Der Fontänenbrunnen vor dem ehemaligen Kulturpalast in Rabenstein ist seit Jahrzehnten unter einem Beet konserviert", so das Baudezernat auf Anfrage.

Das Figurentheater ließ einst im Luxor die Puppen tanzen. Diese Plastik erinnert daran.
Das Figurentheater ließ einst im Luxor die Puppen tanzen. Diese Plastik erinnert daran.  © Maik Börner
Diese 1996 für 40.000 D-Mark aufgestellte Plastik erinnert immer noch an den alten Spielort im Luxor.
Diese 1996 für 40.000 D-Mark aufgestellte Plastik erinnert immer noch an den alten Spielort im Luxor.  © Maik Börner

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