Für Bedürftige: Chemnitzer Einrichtungen öffnen wieder Türen und Herzen

Chemnitz - In der Weihnachtszeit stehen den Chemnitzern viele Pforten offen. Vor allem christliche Einrichtungen leben den Geist der Weihnacht, der auch andere Menschen kräftig ansteckt.

Die Regale sind voll: Alfred Mucha (52) von der "Haltestelle" in der Annenstraße zeigt die zahlreichen Spenden, hier Suppendosen.
Die Regale sind voll: Alfred Mucha (52) von der "Haltestelle" in der Annenstraße zeigt die zahlreichen Spenden, hier Suppendosen.  © Ralph Kunz

"Die diesjährige Spendenbereitschaft war gewaltig! Wir haben viele Hygieneartikel und Suppenbüchsen bekommen", sagt Alfred Mucha (52), Leiter der Wohnungsnotfallhilfe der Stadtmission.

Diese betreibt den Tagestreff "Haltestelle" (Annenstraße 22), er hat auch über die Weihnachtsfeiertage bis Neujahr durchgängig von 10 bis 15 Uhr geöffnet.

Die - gegenwärtig noch recht milden - Winternächte können Wohnungslose im Wohnprojekt Heinrich-Schütz-Straße 84 verbringen. "Im Nachtquartier gibt es 16 Schlafplätze, derzeit sind sechs belegt. Wir verzeichnen aber keine Zunahme der Wohnungslosen in Chemnitz", teilte eine Stadtsprecherin mit.

Aber auch Kids und Familien stehen viele Angebote offen. So lädt das Familiencafé Heilse (Horst-Menzel-Straße 5) auf dem Kaßberg noch die kommende Woche ein.

Sprecherin der Arbeiterwohlfahrt, Tanja Boutschek, stellt Projekt vor

In der "Haltestelle" der Stadtmission finden Wohnungslose und andere Menschen Abwechslung vom rauen Alltag.
In der "Haltestelle" der Stadtmission finden Wohnungslose und andere Menschen Abwechslung vom rauen Alltag.  © Ralph Kunz

"Derzeit besuchen 20 bis 30 Besucher regelmäßig unser dortiges Angebot. In unserem Jugendclub sind es täglich 30 bis 40 Kinder und Jugendliche", erläutert Heilsarmee-Pädagoge Thomas Gottschalk (42). Höhepunkt ist eine gemeinsame Weihnachtsfeier.

Auf dem Sonnenberg betreut das Don-Bosco-Haus (Ludwig-Kirsch-Straße 13) pro Tag etwa 70 Kids und Jugendliche. "Wir laden Familien herzlich zu einer Waldweihnacht mit Spaziergang ein", sagt Don-Bosco-Pater Albert Krottenthaler (63).

Treffpunkt ist am 25. Dezember um 17 Uhr in der St.-Antonius-Gemeinde, Erfenschlager Straße 27. Am Heiligabend zuvor freut sich die Bahnhofsmission im Hauptbahnhof von 11 bis 17 Uhr auf Neugierige, am Nachmittag steigt ein Gottesdienst. Der Weihnachtsgedanke leitet auch die nichtkonfessionellen Einrichtungen.

"Unsere Flüchtlingssozialarbeiter machen noch bis zum 23. Dezember Hausbesuche, Kinder bekommen Schokoladenweihnachtsmännern geschenkt. Sie betreuen aktuell rund 34 Familien. Bei der sozialpädagogischen Familienhilfe mit derzeit etwa 240 Klienten gibt es in der Weihnachtszeit verschiedene Angebote wie Plätzchenbacken oder Weihnachtsbasteln", weiß Tanja Boutschek (34), Sprecherin der Arbeiterwohlfahrt (AWO).

Das Familiencafé der Heilsarmee auf dem Kaßberg heißt alle Menschen willkommen, Maximilian Werndl (23) und Kim Walther (23) freuen sich auf neue Gesichter.
Das Familiencafé der Heilsarmee auf dem Kaßberg heißt alle Menschen willkommen, Maximilian Werndl (23) und Kim Walther (23) freuen sich auf neue Gesichter.  © Sven Gleisberg
Die Einrichtung der Heilsarmee befindet sich in der Horst-Menzel-Straße auf dem Kaßberg.
Die Einrichtung der Heilsarmee befindet sich in der Horst-Menzel-Straße auf dem Kaßberg.  © Sven Gleisberg
Nur etwa ein Drittel der Plätze im Wohnungslosen-Nachtquartier sind derzeit belegt.
Nur etwa ein Drittel der Plätze im Wohnungslosen-Nachtquartier sind derzeit belegt.  © Sven Gleisberg
Geist der Weihnacht: In Chemnitz kümmern sich viele Einrichtungen um Menschen in Not.
Geist der Weihnacht: In Chemnitz kümmern sich viele Einrichtungen um Menschen in Not.  © Sebastian Kahnert/dpa

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