Chemnitzer Gebärdenchor: Wir singen mit den Händen

Chemnitz - Die Lippen von Michael Kritschil bewegen sich zu einem Lied von Christina Stürmer, doch kein Ton ist zu hören. Stattdessen beschreiben seine Hände eine Bewegung, wandern an den Armen entlang, was in Gebärdensprache übersetzt so viel heißt wie "Seite an Seite".

Seine Hände drücken aus, was er sagen will: Michael Kritschil gründete gemeinsam mit seiner Frau den Gebärdenchor "Monael & Friends". Zur ersten gemeinsamen Probe des Chores waren alle interessierten Chemnitzer, hörend oder gehörlos, eingeladen.
Seine Hände drücken aus, was er sagen will: Michael Kritschil gründete gemeinsam mit seiner Frau den Gebärdenchor "Monael & Friends". Zur ersten gemeinsamen Probe des Chores waren alle interessierten Chemnitzer, hörend oder gehörlos, eingeladen.  © Uwe Meinhold

Michael Kritschil ist gehörlos. Zusammen mit seiner Frau Simone Müller (35) hat er vor knapp zehn Jahren den Gebärdenchor "Monael & Friends" gegründet. "Monael" setzt sich zusammen aus den Vornamen der beiden.

Zum Tag der offenen Chöre haben die beiden alle interessierten Chemnitzer ins Kraftwerk zur öffentlichen Probe eingeladen.

Mit dabei: Gebärdendolmetscherin Sarah Grimm (28). Sie übersetzt für die Anwesenden die Instruktionen, die Michael mit seinen Händen gibt.

Per Lautsprecher wird die Musik abgespielt. Die Gehörlosen können sie über die Vibration spüren und haben den Text in Gebärdensprache übersetzt.

Gemeinsam mit den Hörenden begleiten sie das ausgewählte Lied mit ihren Gesten - in diesem Fall ist es "Seite an Seite" von Christina Stürmer.

Wer den Gebärdenchor einmal live erleben möchte, kann dies am 5. Mai bei den Chemlympics in der Leichtathletik-Halle am Sportforum oder am 2. Juni beim Kindertagsfest auf der Küchwaldwiese tun.

Titelfoto: Uwe Meinhold


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