Hitlergruß nach Demo: Berufungsprozess in Chemnitz beginnt

Chemnitz - Das Amtsgericht hatte ihn verurteilt, weil er nach einer Demo in Chemnitz den Hitlergruß gezeigt haben soll: Drei Monate später steht der 33-Jährige erneut vor Gericht. Das Landgericht der Stadt verhandelt an diesem Donnerstag (9.30 Uhr) die Berufung gegen das Urteil aus erster Instanz.

Der 33-Jährige wurde für das Zeigen des Hitlergrußes zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von 2.000 Euro verurteilt.
Der 33-Jährige wurde für das Zeigen des Hitlergrußes zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von 2.000 Euro verurteilt.

Das Amtsgericht Chemnitz hatte den Mann am 13. September in einem Schnellverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte zu einer Haftstrafe von acht Monaten auf Bewährung verurteilt.

Der Amtsrichter war überzeugt, dass der 33-Jährige nach einer von AfD und Pegida angemeldeten Kundgebung am 1. September den Hitlergruß gezeigt hat. Bei der Feststellung seiner Personalien soll er zudem einen Polizisten angegriffen haben. Der Mann, der bei der Polizei als Hooligan geführt wird, bestritt die Vorwürfe.

Es war das erste beschleunigte Verfahren wegen Straftaten im Zusammenhang mit Demonstrationen nach dem gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen Ende August in Chemnitz.

Update 11.30 Uhr:

Das Landgericht Chemnitz hat die Anträge der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung abgelehnt. Das Urteil gegen den 33-jährigen Mann ist demnach rechtskräftig.

In der Berufungsverhandlung gab der vorbestrafte Chemnitzer zu, nach einer Demo von AfD und Pegida am 1. September den Hitlergruß gezeigt zu haben. Auch habe er bei der Feststellung seiner Personalien mit dem Ellbogen in Richtung der Polizisten geschlagen. "Er ist geständig. Das war in der ersten Instanz nicht so", sagte Verteidiger Jan Richter.

Der Mann soll bei der gemeinsamen Kundgebung von AfD, Pegida und Pro Chemnitz am 1. September den Hitlergruß gezeigt haben.
Der Mann soll bei der gemeinsamen Kundgebung von AfD, Pegida und Pro Chemnitz am 1. September den Hitlergruß gezeigt haben.  © DPA

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