Schlüsseldienst-Mafia zockte hilflose Mieter ab

Chemnitz - Im Netz der Schlüsseldienst-Mafia: Dennis E. (27) nutzte hilflose Wohnungsbesitzer aus und verlangte für das schnelle Tür-Öffnen über 1000 Euro! Teilweise soll er die Schlösser aufgebohrt haben, um noch mehr zu kassieren.

Teurer Service: Dennis E. (27) arbeitete als Subunternehmer für einen Schlüsseldienst. Nicht selten verlangte er über 1 000 Euro für wenige Minuten Arbeitszeit.
Teurer Service: Dennis E. (27) arbeitete als Subunternehmer für einen Schlüsseldienst. Nicht selten verlangte er über 1 000 Euro für wenige Minuten Arbeitszeit.  © Harry Härtel/Haertelpress

Seine Rolle als Helfer in der Not nutzte der Duisburger schamlos aus. Vor dem Amtsgericht Chemnitz spielte Dennis E. aber das Unschuldslamm. "Ich war Subunternehmer, habe den Großteil meiner Einnahmen an meinen Chef gezahlt." Der Chef, ein Libanese, soll sich in der Türkei abgesetzt haben. In Chemnitz wurden vier Fälle verhandelt sowie ein Betrug, der vom Amtsgericht Hof übertragen wurde.

Die Masche war immer dieselbe: Über eine Hotline wurde den Opfern ein niedriger Kostenvoranschlag genannt. Vor Ort verlangte E. für wenige Minuten ganz andere Preise. "Er hat mein Schloss aufgebohrt, obwohl meine Tür schon einmal mit einer Nadel geöffnet werden konnte. Ich konnte über die 616 Euro kaum nachdenken, weil ich meinen Herd angelassen hatte und schnell in die Wohnung musste", schildert Nicole I. (30) aus Chemnitz.

Dagmar N. (72) aus Freiberg erwischte es Neujahr. "Meine Tür ist nach dem Einbau des viel zu langen Schließzylinders kaputt." Gesamtschaden: 1100 Euro.

E. sagte, er sei gezwungen gewesen, höhere Preise zu kassieren. Ein Mann vom Fach war er nicht. Man habe ihn immer mal mitgenommen und angelernt. Mittlerweile hat er sein Gewerbe aufgegeben.

Urteil: neun Monate Freiheitsstrafe wegen Wucher in drei Fällen - ausgesetzt zur Bewährung. Dennis E. bleibt zur Sicherheit in U-Haft, weil noch weitere Verfahren anhängig sind und er bereits zwei Gerichtstermine sausen ließ.

Teurer Service: Dennis E. (27) arbeitete als Subunternehmer für einen Schlüsseldienst. Nicht selten verlangte er über 1 000 Euro für wenige Minuten Arbeitszeit.
Teurer Service: Dennis E. (27) arbeitete als Subunternehmer für einen Schlüsseldienst. Nicht selten verlangte er über 1 000 Euro für wenige Minuten Arbeitszeit.  © Harry Härtel/Haertelpress

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