Fachkräfte-Mangel! Gehen uns bald die Fleischereien aus?

Ausgezogen: Die Werbung für Gretenkord ist bereits entfernt.
Ausgezogen: Die Werbung für Gretenkord ist bereits entfernt.  © Maik Börner

Chemnitz - Der Fachkräftemangel wird zur tödlichen Gefahr für Gastronomie und Einzelhandel. Die Fleischerei Gretenkord musste in Chemnitz bereits die erste Filiale schließen - angeblich, weil Verkäuferinnen fehlen. Die Geschäftsleitung nennt dafür andere Gründe.

Ende Oktober machte die Fleischereikette ihren Laden an der Ecke Brückenstraße/Straße der Nationen dicht. Inhaber Dietmar Gretenkord (51) bestreitet, dass ihm das Personal ausgeht: „Wir hatten zu geringe Kundenzahlen.“

Bert Rothe (46), Referatsleiter Einzelhandel der IHK, widerspricht: „Nach unseren Informationen wurden die Verkäuferinnen in andere Filialen umgesetzt. Das spricht für Personalmangel.“

Für Rothe ein Alarmsignal: „Es fehlen immer mehr Fachkräfte in den 2 000 Einzelhandelsbetrieben der Stadt. In Einzelfällen ist das existenzbedrohend.“ Bei einer IHK-Befragung war der Fachkräftemangel das größte Geschäftsrisiko (für 57 Prozent der Händler).

Peter Mattis (55), Chef der Schokoladenbar (Straße der Nationen), sieht das genauso: „Es ist sehr schwer, Personal zu finden.“

Die Arbeitsagentur listet 21 offene Verkäuferstellen im Lebensmittelhandwerk auf. Auch bei Gretenkord. Dessen Fleischerei-Mitbewerberin Claudia Richter tut deshalb alles, vorhandenes Personal zu halten. Auch bei Bewerbungen kommt Richter neuen Mitarbeitern entgegen: „Statt Lebensläufe zu schicken, können Bewerber einfach anrufen.“


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