Grüne fordern mehr barrierefreie Wege in Chemnitz

Chemnitz - Schlaglöcher, kaputte Bodenplatten und zu viele Bordsteine: Viele Stadtteile sind alles andere als fußgängerfreundlich. Das beklagen zwei Stadtratskandidaten der Grünen.

Beim Test mussten einige Hürden genommen werden.
Beim Test mussten einige Hürden genommen werden.  © Sven Gleisberg

Vor allem wer mit dem Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen unterwegs ist, müsse in Chemnitz allerhand Hürden nehmen. Im Hinblick auf den demografischen Wandel habe die Infrastruktur hier deutlichen Nachholbedarf.

Jana Rauch (49) und Daniel Richter (36) machten den Test: In Markersdorf setzten sie sich in einen Rollstuhl, um die Perspektive zu wechseln. Ernüchterndes Fazit: "Voranzukommen ist ein enormer Kraftaufwand. Man überlegt sich zweimal, wo man hinfährt", so Jana Rauch.

Gemeinsam haben sich die beiden Politiker mit Anwohnern getroffen und das Wohnfeld erkundet, waren im Bereich Markersdorf und Hutholz unterwegs. "Die Infrastruktur ist völlig überaltert. Über Ampelkreuzungen geht es zwar gut voran, aber dann kommt das böse Erwachen. Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen sind viel zu vielen Barrieren ausgesetzt", kritisiert Richter. Ein erster Schritt wäre, Bordsteine öfters abzusenken.

Knapp die Hälfte der 247.000 Chemnitzer ist älter als 50. "Viele leben allein, sind auf den Weg zur Kaufhalle angewiesen", so Daniel Richter. Mit den gesammelten Hinweisen wollen die Grünen ihre Arbeit im Stadtrat ab Sommer angehen.

Grünen-Stadtratskandidaten Jana Rauch (49) und Daniel Richter (36) sowie Anwohnerin Brigitte Heymanns (72) haben sich in Markersdorf als Rollstuhlfahrer probiert.
Grünen-Stadtratskandidaten Jana Rauch (49) und Daniel Richter (36) sowie Anwohnerin Brigitte Heymanns (72) haben sich in Markersdorf als Rollstuhlfahrer probiert.  © Sven Gleisberg

Titelfoto: Sven Gleisberg

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