Händler empört über Zustände in der Innenstadt

Von Bernd Rippert

Fordert Alkoholverbot für die gesamte Innenstadt: Freddy Chamaki (43) vom Ristorante Cortina.
Fordert Alkoholverbot für die gesamte Innenstadt: Freddy Chamaki (43) vom Ristorante Cortina.

Chemnitz - Dauerstress in der Chemnitzer Innenstadt. Vor allem rund um den Stadthallenpark tummeln sich Randalierer, Trinker und Drogendealer. Freddy Chamaki (43) vom Ristorante Cortina platzt der Kragen: „Wir erwarten außerhalb der Gastronomie ein komplettes Alkoholverbot für die Innenstadt!“

Seit Monaten ist die Operative Einsatzgruppe (OEG) der Polizei auf Dauerstreife im Zentrum, um Ruhe zu schaffen und Straftäter aus dem Verkehr zu ziehen. Zum einen machen zahlreiche deutsche Alkis Probleme, die im Park rumlungern. Zum anderen Drogendealer, meist ausländischer Herkunft.

Am Dienstag stürmten fast 100 Polizisten bei der größten Razzia in der Innenstadt die Grünfläche.

Freddy Chamaki reicht das nicht: „Fast jeden Abend torkeln Säufer herüber, benutzen unsere WCs, schnorren die Gäste an. Zuletzt ist ein Betrunkener auf dem Fußweg umgekippt.“

Sauer über ständige Polizeieinsätze vor seiner Terrasse: Tillmanns-Chef Tino Eckhold (43).
Sauer über ständige Polizeieinsätze vor seiner Terrasse: Tillmanns-Chef Tino Eckhold (43).

Probleme hat auch das Restaurant Tillmanns. Inhaber Tino Eckhold (43): „Vor zehn Jahren war die Stadt menschenleer. Dann zog Stadtleben ein - toll. Jetzt erleben wir jeden zweiten Abend vor der Terrasse einen Polizeieinsatz. Die Gäste und wir sind genervt.“ Eckhold erwartet einen Plan vom Ordnungsamt - „und öfter Besuche vom Jugendamt“.

Sorge um die Kneipenmeile am Terminal 3 hat City-Pub-Chef Mark Bauer (34): „Es gibt Schlägereien, Drogen und Exzesse. Mitarbeiter und Gäste haben Angst, nachts durch den Park zu laufen. Wenn das noch schlimmer wird, sind die Kneipen tot.“

Dauerstraftätern ein Betretungsverbot für die Innenstadt zu erteilen, findet Karl Doersch (61) interessant. Der Chef der Interessengemeinschaft Innenstadt sagt: „Der Schulterschluss aus Stadt, Polizei, Händlern und Sicherheitsdiensten ist gut. Aber wir brauchen noch mehr Präsenz.“

Fotos: Maik Börner


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