Helene Fischer für Chemnitz-Statement beschimpft: Einem platzt jetzt der Kragen!

Netz - Schlagerstar Helene Fischer hält sich mit politischen Statements normalerweise zurück, doch im Falle von Chemnitz machte sie eine Ausnahme. Im Netz sorgt das für hitzige Diskussionen.

Helene Fischer setzte nach den Vorfällen Chemnitz ein Zeichen gegen rechts.
Helene Fischer setzte nach den Vorfällen Chemnitz ein Zeichen gegen rechts.  © DPA

Als sich Fischer in dieser Woche im Zuge der Ereignisse in Chemnitz klar gegen Rassismus positionierte und ihr Berliner Konzert ebenfalls unter das Motto #wirsindmehr stellte (TAG24 berichtete), zog das nicht nur positives Echo nach sich.

Während viele Kollegen sie dafür lobten, in dieser Sache das Wort ergriffen zu haben, wurde die Sängerin im Internet teils wüst angefeindet. Da war die Androhung mancher sogenannter Fans, all ihre CDs zu entsorgen und nie wieder ihre Musik zu hören, noch das Harmloseste.

"Jetzt bist du auch zur Systemhure geworden und dem linken Gesindel auf den Leim gegangen. Hoffentlich fällt dir das schwer auf die Füße. Für mich bist du erledigt", hetzte ein User auf Instagram. Andere beschimpften Fischer als Volksverräterin oder wünschten ihr gar den Tod. Auch jene Bands, die am Montag in Chemnitz auf der Bühne standen, waren im Vorfeld angefeindet worden.

Ein Umstand, der den Journalisten und Musik-Experten Frank Ehrlacher so richtig auf die Palme bringt. Viele dürften ihn aus der RTL-Sendung "Die ultimative Chartshow" kennen.

Bei dem Konzert unter dem Motto #wirsindmehr hatten rund 65.000 Menschen weitgehend friedlich gefeiert.
Bei dem Konzert unter dem Motto #wirsindmehr hatten rund 65.000 Menschen weitgehend friedlich gefeiert.  © DPA

Auf Facebook macht er seinem Ärger über die Hasstiraden gegen Helene Fischer und Co. Luft. "#FeineSahneFischerFilet? Sie hat es getan! Und nu ist es auch wiederum nicht gut!", schreibt er merklich sauer. "'Alle' haben eindringlich gefordert, dass Helene Fischer sich äußert. Sie hat sich geäußert und klar Stellung bezogen. Und wieder ist es nicht gut."

Doch nicht nur das Helene-Bashing kotze ihn an, macht Ehrlacher deutlich. Auch die Kritik daran, dass eine Band wie Feine Sahne Fischfilet in Chemnitz auf der Bühne stand, kann er nicht verstehen. Die linke Punkband war vor allem in der Vergangenheit für ihre radikalen Texte umstritten, wurde zeitweise sogar durch den Verfassungsschutz beobachtet.

"95 % der Leute, die sich jetzt darüber belehrend erheben, haben die Band aus MeckPomm bis Montag gar nicht gekannt und kennen sie auch jetzt nur aus den Hetzposts der AfD", schreibt Ehrlacher dazu. "Und wo man dieses Haar in der Suppe schon mal gefunden hat, kann man auch gleich dem Bundespräsidenten noch einen verbraten, weil er ja dieses Konzert empfohlen hat."

Tatsächlich war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unter anderem von CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer kritisiert worden, weil er die Veranstaltung in Chemnitz trotz der Teilnahme von Feine Sahne Fischfilet öffentlich unterstützt hatte.

Manche Medien stellten zudem die Frage, warum nicht mehr oder berühmtere Bands in Chemnitz auftraten, und riefen nach Stars wie Mark Forster oder Andrea Berg.

Der Auftritt von Feine Sahne Fischfilet hatte im Vorfeld für Diskussionen gesorgt.
Der Auftritt von Feine Sahne Fischfilet hatte im Vorfeld für Diskussionen gesorgt.  © DPA

Ehrlacher platzt bei sowas der Kragen: "Da hat man schon längst verdrängt, worum es hier eigentlich geht, da zählt nur noch aus dem Haar in der Suppe möglichst eine Dauerwelle zu machen." AfD und Rechte hätten so leichtes Spiel, weil man sich scheinbar lieber selbst zerfleische statt gemeinsam für etwas einzustehen.

"Die Gefahr für die Demokratie heißt nicht Steinmeier. Und auch nicht Helene Fischer. Und auch nicht Feine Sahne Fischfilet. Ohne Aber!", stellt Ehrlacher klar und erhält für sein emotionales Posting viel Zuspruch. "Das gefällt mir sowas von!!! Sensationelle Worte, die mir aus dem Herz sprechen und ich deshalb teilen MUSS!!", schwärmt etwa ein Fan.

Und wie reagieren die Künstler selbst? Helene Fischer hat gesagt, was sie sagen wollte, und schweigt zu dem Shitstorm. Feine Sahne Fischfilet gönnt sich derweil eine kleine Auszeit an der Ostsee - jedoch nicht ohne einen Seitenhieb gegen alle, die meinen, sie müssten sich mit Hass-Kommentaren im Internet profilieren.

"Mein Zuhause ist der Strand, denn dort hab ich kein Empfang. Mit Lebenslust sollst du protzen. Scheissegal, lass die Anderen kotzen!", reimt die Band zu den Hashtags #wirsindmeer und #dankehelene.


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