Angst vorm nächsten Hochwasser: Flutgeplagte Chemnitzer warten auf Minister

Chemnitz - Die Angst vor der nächsten Flut vereint Harthauer Anwohner. Eine Bürgerinitiative kämpft seit Jahren um besseren Hochwasserschutz für das Würschnitztal. Sie erhoffen sich Hilfe von Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (57, CDU) - der kommt am nächsten Montag erneut zum Ortstermin.

Ralf Kirchübel (59) von der Bürgerinitiative hofft auf Zusagen vom Minister.
Ralf Kirchübel (59) von der Bürgerinitiative hofft auf Zusagen vom Minister.  © Maik Börner

Mit Bangen hatten die Harthauer zuletzt vor zehn Tagen das rasante Ansteigen der Pegel verfolgt, als Tauwetter und starke Regenfälle für Wassermassen sorgten:

"Würschnitz und Chemnitz waren wieder die beiden ersten Flüsse, an denen die Pegel für Warnstufen erreicht wurden. Da kommt hier in Harthau sofort die Angst wieder. Die ersten Nachbarn hatten ihre Keller schon leer geräumt", so Ralf Kirchübel (59), Sprecher der Bürgerinitiative. "Auch ich habe bis nachts alle 30 Minuten online die Pegel verfolgt."

Bei einem Besuch im Sommer 2017 hatte sich der Umweltminister die Sorgen der Harthauer angehört und versprochen, wiederzukommen, sobald eine Studie der TU Leipzig zum Hochwasserschutz vorliegt.

In dieses Dokument setzen die Harthauer jetzt neue Hoffnung. Kirchübel: "Die Hauptwassermenge der Würschnitz kommt aus dem Gablenzbach. Ein kleineres Regenrückhaltebecken in Stollberg für diesen Zufluss wäre schon ein besserer Schutz. In Verbindung mit dem von uns geforderten Regenrückhaltebecken in Jahnsdorf könnte dann auch ein Jahrhunderthochwasser aufgehalten werden."

Die Pläne für ein Jahnsdorfer Becken hatte die Landestalsperrenverwaltung bereits 2016 nach einer Kosten-Nutzen-Analyse verworfen.

In Harthau wird an neuen Stützmauern gebaut. Vor einem Jahrhundert-Hochwasser schützen sie nicht.
In Harthau wird an neuen Stützmauern gebaut. Vor einem Jahrhundert-Hochwasser schützen sie nicht.  © Uwe Meinhold
Bei drei Jahrhundert-Hochwassern in elf Jahren umschlossen Fluten der Würschnitz Harthauer Häuser.
Bei drei Jahrhundert-Hochwassern in elf Jahren umschlossen Fluten der Würschnitz Harthauer Häuser.  © Uwe Meinhold
In der Flussmeisterei Chemnitz hatte sich Umweltminister Thomas Schmidt (57) bei seinem letzten Besuch auch die Vorräte an Sandsäcken und anderen Notfallmitteln angeschaut.
In der Flussmeisterei Chemnitz hatte sich Umweltminister Thomas Schmidt (57) bei seinem letzten Besuch auch die Vorräte an Sandsäcken und anderen Notfallmitteln angeschaut.  © Kristin Schmidt

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