Zwangsheirat! Vater verkaufte seine Tochter für 1500 Euro

Chemnitz - Selbst die Richterin sprach von Sodom und Gomorra: Der Syrer Ahmad A. (46) drohte seiner Tochter Mahira (19) mit dem Tod, sollte sie ihren Cousin (21) nicht heiraten.

Ahmad A (46, rechts) musste sich am Mittwoch wegen Zwangsheirat vor dem Chemnitzer Amtsgericht verantworten.
Ahmad A (46, rechts) musste sich am Mittwoch wegen Zwangsheirat vor dem Chemnitzer Amtsgericht verantworten.  © Härtelpress

Am Mittwoch stand der Familienvater wegen Zwangsheirat vor dem Chemnitzer Amtsgericht.

Die arrangierte Hochzeit sollte am 1. Januar nach Vorschriften der Scharia in einer Chemnitzer Moschee stattfinden. Doch im Dezember vergangenen Jahres erstattete Mahira Anzeige.

"Mein Vater hat mich unter Druck gesetzt. Er hat mir gesagt, wenn die Hochzeit nicht stattfinden sollte, dann kommt er und schlachtet mich ab." Ihre Angst war so groß, dass sie sogar versuchte, sich das Leben zu nehmen. Zusätzlich hätte ihr Vater ein Brautgeld für sie bekommen. "Mein Vater hat mich für 1.500 Euro verkauft."

Ahmad A. streitet alles ab, sie habe die Ehe gewollt. Dies sei bereits das vierte Mal, dass seine Tochter eine Eheschließung platzen lasse. Das erste Mal sollte Mahira als 14-Jährige in Syrien mit einem anderen Cousin verheiratet werden.

Klarer Fall für die Richterin: Sie sprach Ahmad A. der versuchten Zwangsheirat schuldig, verurteilte ihn zu 80 Tagessätzen je 10 Euro.

"Sie können froh sein, dass Sie so eine selbstbewusste Tochter haben, die in der Lage ist, ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten."

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