Schock! IHK-Chef Voigt ist tot

Franz Voigt ist tot. Er starb einen Tag nach seinem 65. Geburtstag.
Franz Voigt ist tot. Er starb einen Tag nach seinem 65. Geburtstag.

Chemnitz - Die Nachricht kam völlig unerwartet: Der Chef der Chemnitzer Industrie- und Handelskammer, Franz Voigt, ist tot. Er starb einen Tag nach seinem 65. Geburtstag.

IHK-Sprecherin Angela Grüner bestätigte TAG24: "Er ist plötzlich und unerwartet gestorben." Offenbar hatte der 65-Jährige einen Herzinfarkt erlitten.

Voigt war seit 2011 Chef der IHK, welche mehr als 70.000 Unternehmen vertritt.

Erst am Montag hatte Voigt einen großen Empfang zu seinem Geburtstag gegeben. Als Gäste tauchten unter anderem der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (42, CDU) auf. Der Politiker hielt auch die Laudatio bei der Feier.

In den Jahren bei der IHK kämpfte Voigt vor allem gegen den Fachkräftemangel, machte sich für Aus- und Weiterbildung stark, förderte die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Schule und forderte immer wieder einen stärkeren Bürokratieabbau. Außredem strukturierte er die IHK neu, um noch mehr auf regionale Belange in den Landkreisen eingehen zu können. Die Neuordnung galt bundesweit als Vorbild-Struktur. Voigt war Mitte 2017 sehr stolz darauf: „Mit unserer Struktur der Regionalversammlungen sind wir dafür sehr gut aufgestellt. Wir werden diese Präsenz nutzen, um die Kammer stark nach außen zu vertreten."

Am Montag hatte Voigt (l.) einen großen Empfang zu seinem 65. Geburtstag gegeben.  (Gratulant Michael Kretzschmer, r.)
Am Montag hatte Voigt (l.) einen großen Empfang zu seinem 65. Geburtstag gegeben. (Gratulant Michael Kretzschmer, r.)  © Maik Börner

Kurz vor der Bundestagswahl 2017 legte er sich sogar mit der Bundesregierung und dem Freistaat an, pochte auf einen verstärkten Ausbau des Breitband-Netzes im Osten: „Trotz der positiven Konjunkturerwartungen für 2018 mussen wir unsere Kritik an die Bundespolitik, letztlich auch die Landespolitik, relativ breit anlegen. Es gibt spürbare Rückschritte in Schlüsselbereichen wie der Breitbandanbindung un der Verkehrsinfrastruktur.“

Voigt war selber jahrelang erfolgreicher Unternehmer, gab erst Ende 2017 die Geschäftsführung der "VSTR AG Rodewisch" ab. Der renommierten Baufirma hatte er mehr als 40 Jahre lang angehört, seit Juli 1990 war er Chef des Unternehmens mit mehr als 500 Beschäftigten.

Voigt hat ein bewegtes Leben hinter sich, engagierte sich seit vielen Jahren ehrenamtlich. 1991 wurde er in die IHK-Vollversammlung gewählt, übernahm 1992 die Regionalkammer Plauen sowie den Vize-Vorsitz der IHK Südwestsachsen. 2011 wurde er zum IHK-Chef gewählt, im Juni 2017 erneut im Amt bestätigt. 2010 erhielt der engagierte Vogtländer das Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der BRD. Von der IHK Chemnitz erhielt er das Ehrenabzeichen in Gold.


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