Chemnitzer haben neue Ideen für alten Asphalt

Chemnitz - Wohin nur mit dem Alt-Asphalt? Die Menge, die auf Deponien landet, ist laut einer Studie des Sächsischen Landesamtes für Umwelt im Freistaat explosionsartig gestiegen: von 8000 Tonnen im Jahr 2013 auf satte 93.000 Tonnen im Jahr 2016!

Der neue Straßenbelag enthält 30 Prozent alten Asphalt.
Der neue Straßenbelag enthält 30 Prozent alten Asphalt.  © Kristin Schmidt

Der Grund: Der Anteil an komplett neu gebauten Straßen, in denen ausgebauter Asphalt im Unterbau verschwindet, sinkt. Wenn Sachsen nicht im ausgedienten Straßenbelag ersticken will, braucht es neue Ideen fürs Recycling. Die kommen jetzt aus Chemnitz: Unter Federführung der Industrie- und Handelskammer entstand ein Leitfaden für Baufirmen, der neue Einsatzmöglichkeiten für den Alt-Asphalt aufzeigt - zum Beispiel als Tragschicht unter Bauwerken, beim Bau von Fuß-, Forst- und Landwirtschaftswegen.

Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (58, CDU) lobte am Mittwoch das Chemnitzer Engagement: "Dank an die IHK für die besondere Rolle als Initiator." Wie es praktisch funktioniert, präsentierte die Firma Chemnitzer Verkehrsbau an der Baustelle Hofer Straße, die in Mittelbach auf 460 Metern erneuert wird.

"Für den neuen Straßenbelag verarbeiten wir rund 30 Prozent des Asphalts, der vorher abgefräst wurde", sagt Geschäftsführer Uwe Loos. "Der Rest wird bei anderen Projekten verbaut. Bei uns landet nichts auf der Deponie."

Straßenbauer Armin Nagel (63) ließ Umweltminister Thomas Schmidt (58) gestern in Mittelbach auf der Asphaltiermaschine mitfahren.
Straßenbauer Armin Nagel (63) ließ Umweltminister Thomas Schmidt (58) gestern in Mittelbach auf der Asphaltiermaschine mitfahren.  © Kristin Schmidt

Titelfoto: Kristin Schmidt

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