Für die neue Johannisvorstadt wurden mehr als ein Dutzend gesunde Bäume gefällt

Chemnitz - Vor den Baggern kam die Kettensäge! Erstes sichtbares Zeichen für die neue Johannisvorstadt in der Bahnhofstraße war die Rohdung von 14 Bäumen - nicht auf dem späteren Baufeld, sondern auf dem Grünstreifen an der Straße.

Jörg Vieweg (48, SPD) ist über die Baumfällungen empört.
Jörg Vieweg (48, SPD) ist über die Baumfällungen empört.  © Maik Börner

"Entlang der Bahnhofstraße befinden sich zahlreiche Leitungen, Rohre und Kabel im Erdreich. Die Erschließung muss an die neuen Gegebenheiten angepasst beziehungsweise erneuert werden", begründete eine Stadtsprecherin den Kahlschlag.

Doch die Stadträte wurden von den Fällungen überrascht: "Bei der Beratung im Stadtentwicklungsausschuss hatten wir Visualisierungen vor Augen, die große Bäume am Straßenrand zeigen. Wir sind gar nicht auf die Idee gekommen, dass die vorhandene Begrünung verschwindet", sagt Bernhard Herrmann (54, Grüne).

"Bei so großen Bäumen hätte man im Vorfeld prüfen können, ob die Leitungen nicht neben oder zwischen den Wurzeln verlegt werden können."

Auch Jörg Vieweg (48, SPD) ist empört: "Die Fällungen gingen aus der Planungs-Vorlage nicht hervor. Straßenbäume sind ein Riesenschatz. Es wird immer wichtiger, sie zu schützen. Vor allem auch, weil Neupflanzungen angesichts des Klimawandels immer schwerer gedeihen."

Bei künftigen Projekten wollen die Stadträte genauer hinschauen: "Der Baumschutz in Chemnitz muss eine neue Bedeutung bekommen", sagt Herrmann und hofft dabei auch Hilfe aus dem grün-geführten Umweltministerium, das Lockerungen im Naturschutzgesetz rückgängig machen will. "Danach kann die Chemnitzer Baumschutzsatzung wieder in Kraft treten", hofft Herrmann.

Bernhard Herrmann (54, Grüne) vor den Baumresten an der Bahnhofsstraße.
Bernhard Herrmann (54, Grüne) vor den Baumresten an der Bahnhofsstraße.  © Kristin Schmidt

Titelfoto: Kristin Schmidt

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