Dieser Chemnitzer hat die Sprache der Heuschrecken entschlüsselt

Chemnitz - Schüler Falco Eigner (18) hört genau hin: Er hat eine Methode entwickelt, um die "Gesänge" der Heuschrecken zu unterscheiden. Einzelne Arten können damit exakt bestimmt werden. Sein Projekt "Die Gesänge der Wiese entschlüsseln" überzeugte die "Jugend forscht"-Jury. Nun steht das Biologie-Genie im Bundeswettbewerb, der erstmals in Chemnitz stattfindet.

Falco Eigner (18) vom Gymnasium Einsiedel wurde Landessieger im Fachbereich Biologie. Der Bundeswettbewerb im Mai ist für ihn ein "Heimspiel".
Falco Eigner (18) vom Gymnasium Einsiedel wurde Landessieger im Fachbereich Biologie. Der Bundeswettbewerb im Mai ist für ihn ein "Heimspiel".  © Kristin Schmidt

"Ich habe herausgefunden, dass man die Ortung von Fledermäusen auf Heuschrecken anwenden kann", erzählt Falco. Anhand der Hauptfrequenz und weiterer Indikatoren wird deutlich, um welche Art es sich handelt. In der Praxis lässt sich somit der ökologische Wert einer Grünfläche besser bestimmen.

Das Ganze funktioniert mit einem Fledermaus-Detektor, der Geräusche im Ultraschallbereich aufnimmt. Mittels Software wertet Falco alle aufgenommenen Daten aus. "Es gibt circa 86 Heuschrecken-Arten in Deutschland. Mit meiner Methode lassen sich elf häufig vorkommende Arten voneinander unterscheiden." Dank klarer Parameter eignet sich das Verfahren besonders für Anfänger.

Papa Marko (48) ist mächtig stolz: "Es freut mich sehr, dass er diese Richtung einschlägt. In Sachen Heuschrecken-Akustik ist er mir sogar eine Nasenlänge voraus." Marko Eigner ist selbst Insektenkundler.

Als einer von sieben sächsischen Jugend-Forschern löste Falco das Ticket für den Bundeswettbewerb "Jugend forscht". 25 Schüler waren zum Landeswettbewerb im Industriemuseum angetreten. Dieser findet vom 16. bis 19. Mai - zum ersten Mal überhaupt - in Chemnitz (Messe) statt.

Der Jüngste: Paul Sorge (13) vom Gymnasium Einsiedel stellte ein Verfahren zur automatischen Bewässerung von Pflanzen vor, die per Handy-App mit dem Internet kommuniziert.
Der Jüngste: Paul Sorge (13) vom Gymnasium Einsiedel stellte ein Verfahren zur automatischen Bewässerung von Pflanzen vor, die per Handy-App mit dem Internet kommuniziert.  © Kristin Schmidt
Clara Kristen (17) vom Matthes-Enderlein-Gymnasium Zwönitz belegte den 3. Platz im Fachgebiet Physik. Sie untersuchte die Hautleitwertparameter bei einem spezifischen akustischen Reiz.
Clara Kristen (17) vom Matthes-Enderlein-Gymnasium Zwönitz belegte den 3. Platz im Fachgebiet Physik. Sie untersuchte die Hautleitwertparameter bei einem spezifischen akustischen Reiz.  © Kristin Schmidt

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