Chemnitz kämpft für mehr Fernverkehr

Nach Leipzig fahren nur Diesel- Loks. Gäbe es Strom, würden hier Fernzüge fahren.
Nach Leipzig fahren nur Diesel- Loks. Gäbe es Strom, würden hier Fernzüge fahren.

Von Torsten Schilling

Chemnitz - Die Zeit läuft: Wer der Deutschen Bahn Beine machen will, Chemnitz wieder ans Fernbahnnetz anzuschließen, hat bis Mitternacht Zeit. Dann endet die Frist zur Abgabe von Stellungnahmen im Beteiligungsverfahren zum Bundesverkehrswegeplan.

Jeder Bürger, jede Institution, jedes Unternehmen kann beim Bundesverkehrsministerium bis Mitternacht elektronisch auf der Homepage www.bmvi.de oder schriftlich seine Einwände zu diesem Plan geltend machen.

Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (54, SPD) appelliert an die Chemnitzer, „sich im Rahmen dieser Bürgerbeteiligung für den Ausbau und die Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke von Chemnitz nach Leipzig einzusetzen“. Sollte es nicht gelingen, den Draht zu spannen, wäre der Zug wohl für Jahrzehnte abgefahren.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (45, CSU) will Elektrifizierung und zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke noch mal prüfen. Das sagte er Barbara Ludwig zu, die extra nach Berlin gereist war. Im Entwurf für den Bundesverkehrswegeplan bis 2030 ist die Strecke bisher nicht berücksichtigt.

Rund 250 Millionen Euro würde die Elektrifizierung kosten. Die Wirtschaftsregion mit mehr als 1,6 Millionen Einwohnern und Chemnitz als drittgrößte Stadt Sachsens ist seit Jahren vom Fernverkehr auf der Schiene praktisch abgeschnitten.

Foto: dpa/Jan Woitas


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