Kaßberg-Knast plattgemacht: Gedenk-Verein empört

Chemnitz - Rums! Weg ist die Wand. Die Abrissarbeiten am ehemaligen Stasi-Gefängnis Kaßberg sind in vollem Gange. Hier fällt ein Haus, da staubt es. Maik Reinhardt vom Verein Lern- und Gedenkort Kaßberg kann nur tatenlos zusehen.

Alles andere als begeistert vom Abriss ist Zeitzeuge Maik Reinhardt (54).
Alles andere als begeistert vom Abriss ist Zeitzeuge Maik Reinhardt (54).  © Klaus Jedlicka

"Ich bin alles andere als begeistert vom Vorgehen der Stadt", so der Chemnitzer. "Meiner Meinung nach gehört solch ein geschichtsträchtiges Gebäude nicht in die Hände eines privaten Investors. Der Staat hat einen politischen Bildungsauftrag - und den erfüllt er mit diesem Abriss sicherlich nicht."

Von dem Beschluss, auf dem Gelände einen Wohnpark zu errichten, ist Reinhardt enttäuscht. Petitionen wurden eingereicht, Unterschriften gesammelt. Am Ende half alles nichts. "Ob ein Investor jetzt 10, 10.000 oder 500.000 Euro in den Komplex steckt: Er wird immer seine eigenen Vorstellungen haben und diese auch umsetzen", so Maik Reinhardt.

Immerhin bleibt dem Verein ein Gebäude, in dem die Mitglieder ihre historische Aufklärungsarbeit fortsetzen können. "Dieses Areal beherbergt Geschichte aus mehreren Jahrzehnten", so Reinhardt.

"1938 wurden hier Juden inhaftiert, 1945 ehemalige Nazis und ab 1952 Opfer der DDR-Diktatur. Diese Abrissarbeiten behindern die Vergangenheitsbewältigung vieler Betroffener."

Im vorderen Bereich steht kein Stein mehr auf dem anderen.
Im vorderen Bereich steht kein Stein mehr auf dem anderen.  © Klaus Jedlicka
Noch stehen einige Gebäude. Der Kern des Areals soll erhalten bleiben.
Noch stehen einige Gebäude. Der Kern des Areals soll erhalten bleiben.  © Klaus Jedlicka

Mehr zum Thema Chemnitz Lokal:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0